New York, New York…

27 04 2011

„New York, New York – I wanna wake up in a city that never sleeps…“

Unsere letzte Station der großen Reise. Nun war es also so weit und wir waren in New York – dies sollte nun also unser letzter Stopp sein. Einer von vielen in diesem ganzen Jahr. Die letzte Woche von einem Jahr. Es war schwer zu glauben! Und auch heute fühlt es sich noch immer nicht real an.

Wir hatten das Glück, dass wir bei einem Freund, Klaus, wohnen konnten. Direkt in Manhattan/ Midtown, unweit vom Central Park und vom oberen Ende des Broadway. Er war in der Woche nicht da, so konnten wir in seinem Zimmer wohnen. Wir haben uns dort pudelwohl gefühlt und uns erst einmal richtig ausgeruht, amerikanisches Fernsehen genossen und uns mit Subway zugestopft. Am Sonntag ging es dann los zur Erkundung New Yorks. Wir haben uns mit Carlas Freundin Hella getroffen, die seit mehr als 5 Jahren nun schon in New York lebt, dort arbeitet und nun einen einjährigen kleinen Sohn hat, Matthis. Wir sind mit ihr durch den Central Park gelaufen, haben das herrliche Wetter genossen und sind weiter durch die Straßen gezogen Richtung Time Square. Haben dort einen sehr, sehr guten New York Cheese Cake gegessen und uns dann gegen Abend voneinander getrennt. Denn nun ging es nach Hause, um mit „unserer“ Mitbewohnerin die Oscars zu schauen.

Montag war der einzige Tag mit Regen in der ganzen Woche, also startete unser Tag etwas später. Es sollte nun nach SOHO gehen  von da aus sind wir weitergelaufen – wir sind generell viel gelaufen in New York. Viele Blocks abgelaufen. Einfach aus der Metro raus und laufen, laufen, laufen – den Blick immer nach oben auf die Hochhäuser gerichtet. Von SOHO ging es dann also nach Little Italy und Chinatown. Wieder zurück in Little Italy haben wir uns eine richtig gute Pasta gegönnt – alles nur Touriabzocke, aber uns hat es dennoch sehr gut geschmeckt.

Der Dienstag stand wieder im Namen des kleinen Matthis, denn wir haben uns mit Hella in Brooklyn, wo sie lebt, getroffen. Durch sie hatten wir noch einmal eine ganze andere Sichtweise auf New York, denn ohne sie wären wir sicherlich nicht nach Brooklyn gefahren. Aber dort ist es schön an manchen Stellen. Viele Vintage und Secondhand Läden, viel Grün und schöne Cafés. Also haben wir den ganzen Tag mit ihr verbracht und kamen auch in das Vergnügen uns ihre Wohnung anzugucken.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen des Sightseeings. Und viel Laufen! Wir haben an der Radio City gestartet, weiter zum Rockefeller Center, wo immer noch die Schlittschuhbahn aufgebaut war. Weiter durch die Starßen gezogen, an der St. Puls Cathedrale vorbei, auf die Madison und Park Avenue, am Waldorf Astoria Hotel vorbei, welches mich von der Fassade etwas enttäuschte, aber von innen soll es renoviert sein. Weiter zur Central Station, die wirklich beeindruckend war. Dann ging es weiter zur Brooklyn Bridge, die wir stolz bestiegen haben. Von da aus ging es zum Ground Zero, was ein recht komisches Gefühl war. Weiter zur Wall Street um von da aus zum Battery Park zu laufen und eine Fähre nach Staten Island zu nehmen. Auf der Fährfahrt hat man einen herrlichen Blick auf Manhattan und auf die Freiheitsstatue – der einzige Grund für uns die Fähre überhaupt zu nehmen. In Staten Island sind wir nur im Fährterminal ausgestiegen, um wieder auf die Fähre zurück zu kommen. Von dort aus ging es dann zum Empire State Building, um nun über die Stadt zu gucken. Dort standen wir etwa eine Stunde an, um überhaupt rauf zu kommen. Aber es hat sich gelohnt! Erst ging es auf Aussichtsplattform im 86sten Stock – aber wir hatten uns ein Zusatzticket gekauft, um ganz hoch hinaus in den 101sten Stock zu kommen – was für eine Aussicht! Die Sonne ging langsam unter und der Himmel färbte sich in allen möglichen rosatönen. Die Lichter der Stadt gingen langsam an. Von oben sahen die ganzen Autos aus wie kleine Ameisen. Und man selber kam sich auch so klein vor in dieser großen Stadt, oben auf diesem Gebäude, was nur eines von vielen war. Aber dieser Ausflug in die Höhen hat sich auf jeden Fall gelohnt, der Ausblick ist atemberaubend. Manche sagen, man sollte eher auf das Rockefeller Center fahren, weil man von da aus eben das Empire State Building sieht, was wirklich eines der schönsten Gebäude ist, aber so waren wir eben noch höher.

Donnerstag ging es noch einmal zu Hella nach Brooklyn. Erst einmal in die Brooklyn Heights, von dort aus hatte man noch einmal einen schönen Blick auf Manhattan und die Brooklyn Bridge und dann ging es durch die kleinen süßen Straßen, mit lauter kleinen Cafés, in einem von denen landeten wir dann auch, um ein leckeres Riesenstück Kuchen zu uns zu nehmen. Und der kleine Matthis hat sie alle unterhalten. Wir, besonders Carla, waren echt froh, dass wir Hella dort hatten. Sie hat uns noch einmal andere Dinge gezeigt, und außerdem hatte Carla sie seit Jahren nicht mehr gesehen.  Nun kam der Freitag, unser letzter Tag in New York. Wir haben ihn recht langsam gestartet, mal wieder. Wir haben richtig gemerkt, dass wir nun seit einem Jahr am Reisen sind, und so langsam einfach nur noch müde sind. Aber natürlich konnten wir es uns nicht entgehen lassen, wenigstens einmal zu Bloomingdales zu gehen und noch ein bisschen durch die Shops zu stöbern. Am Abend ging es noch einmal in ein American Diner, um einen richtigen amerikanischen Burger zu essen. Yummy. Allerdings waren wir froh, dass es bald wieder nach Deutschland zurück zu gehen, um sich mal wieder etwas gesünder zu ernähren und vor allem gutes Brot zu essen, denn das vermissten wir am meisten.

Samstag! Die letzten Stunden in der weiten Welt. Mit der Bahn ging es zum JFK Flughafen in New York, vollgepackt, mit all unseren Erinnerungen im Gepäck. Nun war die Reise zu Ende. Ein Jahr sind wir um die Welt geflogen, haben viel gesehen, haben viele tolle Menschen kennen gelernt und haben tolle Sachen erlebt. Nun sollten wir unseren letzten Flug antreten, der uns wieder in die Wirklichkeit führte – selber Ort, selbes Datum, ein Jahr später.

Bye bye world, we will never forget you!

 

 



California, Mexico und ein bisschen Schnee

26 04 2011

LA to Las Vegas

Wir verließen L.A. beschwingt durch die Musik Richtung Süden nach San Diego. Dort checkten wir in ein Hostel direkt am Strand ein, das Banana Bungalow. Dies wurde uns vorher nicht unbedingt empfohlen, aber wir dachten bei schönem Wetter, könnten wir uns einfach nur an den Strand knallen. Denn das war der Plan. Und am ersten Tag war das auch der Fall – die Sonne schien und das Herz lachte. Also ging es in das kleine Örtchen La Jolla. Einer der schönsten Stadtteile San Diegos, mit wunderschönem Strand, Buchten und vielen Seelöwen. Und einer geheimen Grotte, zu der vor Jahren von zwei chinesischen Arbeiten ein Tunnel gebuddelt wurde. Der Tunnel unter fing unter  einem kleinen Laden an und nach ein paar Treppen stand man in der Grotte, eine von vielen in den Buchten, und doch etwas enttäuschend, wenn man bedenkt, dass sie wie fast alles in Amerika als „world famous“ angepriesen wurde. Also ging es wieder schnell ans Tageslicht und in die Sonne. Am Strand lag einen kleine Robbe, die von ihren Eltern alleingelassen wurde, offensichtlich ,und wir und nicht von ihr abwenden konnten, denn die blöden Möwen kamen schon und checkten mehrfach ob das kleine Ding, denn noch zucken würde. Nach Sicherstellung bei den Life Guards, ob das denn auch alles so in Ordnung wäre, ging es weiter in ein paar Villenviertel mit herrlichem Blick über die Bucht. Nebenbei erwähnt sahen wir mal wieder ein paar Wale am Horizont in La Jolla – die schienen uns nun wirklich zu verfolgen.

Passend zum Sonnenuntergang ging es wieder an den Strand und dann ins Hostel, um den Rest auf der Terrasse bei einem Bierchen zu genießen.

Am nächsten Tag stellte sich heraus, warum das Hostel nun wirklich nicht zu empfehlen ist, zumindest nicht bei strahlendem Sonnenschein, aber dazu gleich mehr. Für diesen Tag, Freitag, hatten wir mit dem Hostel eine Tour nach Tijuana, Mexiko, gebucht. Wir dachten, mit dem Hostel fühlen wir uns sicher und sehen ein paar Dinge, wo man sich allein vielleicht nicht hin traut. Dem war leider nicht so. Los ging es am Mittag mit völlig zerfallenem Bulli. Im Dach waren Löcher und Rost, und demnach war es komplett nass im Innern, denn es wollte nicht aufhören zu regnen. Bulli vor der Grenze abgestellt und hinüber gelaufen – einfach so. Niemand wollte die Pässe sehen und nicht einmal einen Stempel haben wir bekommen. Und deswegen wollten wir doch unter anderem über die Grenze. Die Tour stellte sich sehr schnell aus eine einzige Sauftour heraus. Es ging von einer Bar zu nächsten und von der Stadt, die zudem nicht wirklich schön war, haben wir außer einer Bar nach der andern auch nichts gesehen. Unsere Gruppe bestand aus dem Hosteltypen und einem weiteren Engländer und sonst nur Mädels. Was die ganze Sache nicht unbedingt leichter machte. Man hatte also keine andere Wahl als mit zu trinken, den Bullen zu reiten, zu stumpfer Musik zu tanzen und sich von mexikanischen Männern anquatschen zu lassen. Zum Abschluss ging es mal wieder in einem Stripclub, der diesen tag dann zum absoluten Reinfall krönte. Komplett nackte Frauen, die Männer waren mehr an uns blonden Mädchen interessiert als an den Latinas auf der Bühne und Blicke überall. Ekelhaft. Zu unserem Glück blieben wir dort nicht allzu lange und gegen zehn Uhr führte uns der Weg wieder zurück nach Amerika. Leider mussten wir etwas länger als erhofft im Regen warten, weil eine unserer Mitreisenden, eine Brasilianerin, ihr Studentenvisum nicht komplett dabei hatte und wir nicht wussten, ob sie überhaupt in den nächsten Stunden wieder ins Land gelassen werden würde. Dem war dann nach eineinhalb Stunden doch endlich der Fall und völlig durchnässt und halb erfroren ging es dann in den ebenso nassen Bulli zurück. Das Geschrei war groß, weil sich die Brasilianerin total aufspielte, unser Fahrer rammte beim Ausparken ein anderes Auto, fuhr aber einfach weiter und zu allem Übel regnete es so doll, dass das Auto mehr über die Strassen rutschte als fuhr und da die Scheibenwischer nicht funktionierten kam noch hinzu, dass man kaum etwas sah. Also unterm Strich: ein Albtraum. Wir waren sowas von froh, als wir heile wieder im Hostel ankamen und der Tag endlich zu Ende war. Doch dann kam das Hostel. Da alles offen war, der Empfangsbereich und vor den Zimmern, war dort alles nass – es regnete rein und die Zimmer waren zwar trocken aber eiskalt. Da lagen wir nun in unserem 12 Bettzimmer unter zig Decken, warm eingemummelt und wollten einfach nur schlafen. Allerdings war dies kaum möglich, da von unseren 12 Mitbewohnern, die meisten erst mitten in der Nacht heimkehrten und sich nicht scheuten das Licht mitten in der Nacht anzumachen, eine Dusche zu nehmen oder sonstige Dinge zu treiben. Ein Horror! Nachdem die schlimmsten Mitbewohner am nächsten Morgen auscheckten, dachten wir, es würde nun besser werden. Weit verfehlt! Zum Wochenende kriegten wir Marines auf Landgang ins Zimmer. Es gab also noch eine Steigerung vom Horror! Junge Männer, die unter der Woche auch nur Männer sehen, nicht gerade mit Intelligenz gesegnet sind, machten nun unser Zimmer unsicher mit Saufgelagen und stumpfen Konversationen. Zum Glück vielen wir aufgrund des Altersunterschiedes wohl nicht ganz in deren Beuteschema, aber allein den Unterhaltungen zu folgen, tat weh und auch ihr Verhalten war nicht gerade sozial kompetent. Hinzu kam, dass sowohl Carla als auch ich eine böse Erkältung mit uns schleppten und unser Aufenthalt im schönen San Diego leider nicht so verlief, wie wir uns vorstellten. Denn der Regen wollte einfach nicht aufhören. Also hatten wir nichts vom schönen Strand direkt vor der Tür, aber dennoch machten wir natürlich das Beste daraus. Wir erkundeten San Diego, liefen durch die Straßen, zogen Café zu Café und machten eben noch mehr mit unserem Auto als man müsste. Als sich am Sonntag dann doch noch die Sonne zeigte, zog es uns zum Mission Beach, wo es eine Bar gibt, in der man surfen kann. Das „Wave House“. Dort gibt es einen Pool mit künstlichen Wellen, man sitzt in der Sonne mit kühlem Getränk und kann den Surfern dabei zuschauen, wie Sie die Wellen reiten. Genau das Richtige für Carla und mich.  Also im Großen und Ganzen hatten wir natürlich trotzdem eine tolle Zeit in der südlichsten Stadt Kaliforniens. Nur vom Hostel, Banana Bungalow, raten wir ab, wenn man nicht hundertprozentige Sonnengarantie hat.

Montagmorgen, um 6 Uhr, ging es für uns weiter – wieder zurück Richtung L.A., besser gesagt nach Anaheim zum Disneyland. Durch unsere Bekanntschaft mit David, dem Musiker , in L.A. haben wir auch seinen Cousin Cody kennen gelernt und dieser arbeitet im Disneyland und konnte uns nun for free dort hinein bringen. Ein Kindheitstraum ging somit in Erfüllung! Wir trafen uns um 8 Uhr morgens mit ihm und stürzten uns schon gleich in die ersten Fahrgeschäfte. Da er noch die ersten Stunden bei uns war, konnten wir die Schlangen überspringen und hatten somit keine langen Wartezeiten. Es war toll! Der Wahnsinn! Und besonders für Carla, die schon immer mal nach Disneyland wollte, war es die Erfüllung eines Traumes. Und dann war es auch noch das erste Disneyland überhaupt auf Muttererde. Cody konnte uns noch ein paar Sachen zu den Darstellungen und optischen Täuschungen in dieser kleinen großen Welt erzählen und erklären. So verbrachten wir fast 12 Stunden im Märchenland – fuhren die Achterbahn dreimal, ließen uns in Tassen durch die Gegend wirbeln, gingen mit Indiana Jones auf Tour, ließen uns von Michael Jackson verzaubern, gingen mit Raketen ins All und schüttelten Mickey Mouse die Hand. Es war ein toller Tag! Doch auch dieser Tag nahm irgendwann ein Ende und wir checkten in unser Hotel ein, welches wir uns für die Nacht um die Ecke vom Kinderwunderland gebucht hatten. Und auch hier waren wir überrascht, denn für 40$ bekamen wir vollen Luxus – so dass es uns schwer fiel am nächsten Morgen wieder früh aufzustehen und weiterzufahren. Aber die Berge riefen. Die Fahrt führte uns an diesem Tag nach Arizona – Flagstaff – zum Southrim vom Grand Canyon. Aber bis dahin war es noch eine weite Fahrt. Von L.A. ging es in die Berge Richtung Osten – eine tolle Fahrt. In L.A. scheint die Sonne und man hat den Strand vor der Tür und auf die Bergen liegt Schnee und sobald man etwas höher kommt, wird es auch schon frischer und die Brise wird kühler. Nach guten 6 Stunden Fahrt sind wir dann also im Bergparadies Flagstaff angekommen – ein recht süßes Örtchen, vergleichbar mit einem Skiort in Österreich, alles voller Schnee, ein paar Minuten aus der Stadt raus, ist man in den Bergen und kann Ski fahren und die Bergluft genießen. Wir sind in einem total süßen Hostel gelandet, mit knarrenden Holzdielen, Kaminen und urgemütlich. Allerdings haben wir uns dort nicht allzu lange aufgehalten, denn schon am nächsten Morgen, gegen 5 Uhr ging es weiter – auf zum Grand Canyon, wo wir pünktlich zum Sonnenaufgang ankommen wollten. Leider waren wir ungefähr zehn Minuten zu spät für den Sonnenuntergang, aber dennoch war es unbeschreiblich schön. Diese Weiten. Dieser Blick. Diese Schlucht. Der Wahnsinn! Man parkt sein Auto ab, geht zehn Meter und steht am Abgrund. Die Schlucht ist leicht schneebedeckt und die Farben darunter schimmern in rot, gelb, orange und ändern sich mit jeder Minute, wenn die Sonne weiter aufgeht. Dort sind wir nun von Schlucht zu Schlucht und Aussichtplattform zu Aussichtsplattform gefahren und fanden es wunderschön. Die Landschaft sieht aus wie aus einem Märchen, Wälder in Schnee bedeckt – oh, wie haben wir doch den Schnee vermisst nach elf Monaten Sommersonne. Wir sind eben doch Nordlichter!

Doch auch dieser Tag hatte noch einiges zu bieten und wir hatten noch einiges vor. Es ging Richtung Las Vegas, aber nicht ohne vorher noch am Westrim des Grand Canyon anzuhalten. Dies ist wohl eigentlich der bekannteste Teil des Grand Canyon, zu dem man auch Tagesausflüge von Las Vegas aus buchen kann. Dort wurde eine Brücke über die Schlucht gebaut, die wir dann doch letzten Endes garnicht mehr betreten haben. Aber dazu jetzt mehr. Nach einer etwas längeren, und sehr ermüdenden Fahrt unter anderem über Schotterpisten, sind wir also wieder am Grand Canyon, diesmal das westliche Ende, angekommen und waren erst einmal über die Preise sehr erschrocken. Unter 80 $ ging dort nichts – also haben wir uns kurzer Hand dazu entschlossen „Wenn schon, denn schon!“ einen Helikopter Flug zu machen. Über die Schlucht, in die Schlucht, landen, in ein Boot auf dem Colorado River rumfahren, wieder in den Helikopter, durch die Schlucht, über die Schlucht – wieder zurück. Der absolute Wahnsinn und für uns beider der erste Heli Flug überhaupt. Es ist ein unglaublich tolles Gefühl von Fliegen, man schwebt eher, als dass man fliegt. Und der Flugkapitän war auch ganz nett anzusehen! Nach diesem tolle Ereignis ging es also wieder weiter Richtung Las Vegas, am Hoover Damm vorbei in die große Wüstenstadt. So groß haben wir uns Las Vegas eigentlich garnicht vorgestellt. Eine Stadt, mitten im Nirgendwo, für Spieler errichtet . Wir haben uns dort ein Hotel, natürlich mit Casino, ausgesucht – Wild, Wild West! Direkt am Anfang des Strips, um die Ecke vom New York, New York Hotel, in der Tropicana Avenue. Dort sind wir dann abends völlig ermüdet angekommen und freuten uns über zwei große Betten, Fernsehen und eine Dusche. Also Las Vegas haben wir an diesem Mittwochabend nicht mehr erkundet. Dafür ging es am nächsten Morgen los – den Strip hoch und runter. Da läuft man sich schon wunde Füße. Der Strip ist unendlich lang, eine Hotel und Casino der Superlative am anderen. New York, New York, MGM, Bellagio, Venetian, Treasure Island, Palace, Excalibur, Monte Carlo, Luxor, Tropicana, Paris, Planet Hollywood, Flamingo… und so weiter. Jedes Hotel hat natürlich sein eigenes Casino und seine eigenen Shows.  Und wir mitten drin! Das Venetian hat uns wohl am meisten beeindruckt – dort haben sie doch tatsächlich Venedig nachgebaut. An die Decke ist der Himmel gemalt, die Gondeln schippern durch die Kanäle, Piazzas und die Gondoliere singen Lieder. Was für eine Traumwelt. Alles ist künstlich hier. Wir haben uns kurz gefragt, warum wir überhaupt eine Weltreise unternommen haben, wenn man doch hier alles an einem Ort hat. Natürlich zog es uns auch in ein Casino, um einmal an den Spielautomaten unser Glück zu versuchen – allerdings blieben wir dort ziemlich erfolglos. Dennoch hatten wir unseren Spaß und es ist beängstigend mit welcher Ernsthaftigkeit manch einer an die Sache ran geht. Nach dem turbulenten ersten Tag ging es am Freitag einmal nach Downtown Las Vegas, dort ist einen ganze Straße überdacht, welches in der Nacht hell erleuchtet wird. Wieder einmal Casino an Casino und viele verrückte Menschen. Unter anderem haben wir dort einen hervorragendes Michael Jackson  Double gesehen, mit dem Carla auch gleich ein Foto schießen musste. Allerdings war sie dann doch eher etwas angeekelt von ihrem Idol – ob er wohl wirklich so grausam aussah? Ich denke schon. Da unser Flug nach New York City noch an dieser Nacht ging, mussten wir den Tag noch irgendwie füllen und da Casinos nach einer Weile auch langweilig werden, haben wir noch einen letzten Ausflug mit unserem Auto zum Rad Canyon gemacht. Der Red Canyon liegt etwa 20 Minuten außerhalb von der Stadt und ist wieder ein atemberaubendes Naturschauspiel. Felsen, die, wenn die Sonne geschienen hätte, rot leuchten in einer einzigartigen Landschaft. Der Wind fegte uns ums Haupt und die Sonne ging schon langsam unter. Also machten wir uns wieder zurück auf den Weg in die Spielermetropole, um unser letztes Abendessen vor unserem Flug einzunehmen. Dann ging es zum Flughafen, wo wir unser Auto abgaben und uns zum Gate begaben – nun lag eine mehr oder weniger schlaflose Nacht vor uns. Denn wir flogen nach Minneapolis wo wir umsteigen mussten in den Flieger  nach New York. Aber dafür waren wir am nächsten Morgen in New York City!



Von San Francisco nach L.A.

1 03 2011

… „ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii, ging nie durch San Francisco in zerrissenen Jeans…“ – was mich angeht, habe ich das nun alles schon gesehen. Aber New York werden wir in den kommenden Wochen ja noch gemeinsam erkunden.

Da waren wir nun in San Francisco, mit Blumen im Haar und wurden am Flughafen von unseren Eltern empfangen, die wir seit über 11 Monaten nicht mehr gesehen haben. Da war die Freude groß.

Wir hatten nun fast eine Woche gemeinsam in dieser bergigen Stadt. Erst einmal ging es in unser angemietetes Apartment. Eine süße kleine Wohnung in einem typischen San Francisco Haus, steil am Berg gelegen, im Castro Viertel. Das Castro Viertel ist das wohl schwulste Viertel der Stadt und sehr geschichtsträchtig. Hier haben vor Jahrzenten die Schwulen für ihre Rechte gekämpft und gewonnen. Dort hatten wir nun unser Apartment und erlebten eine tolle Woche – und die Eltern waren natürlich unglaublich froh, uns nach 11 Monaten mal wieder in die Arme zu schließen und wir natürlich auch, besonders aber freuten wir uns über ein Apartment, ein Zuhause.

Am ersten Tag ging es erst einmal los die Stadt zu erkunden. Oder besser gesagt, einen Überblick zu bekommen. Also ging es mit der Strassenbahn Richtung Fisherman’s Wharf und Downtown. Von dort konnten wir schon einmal einen Blick auf die Golden Gate Bridge werfen und uns ein Bild von dieser tollen Stadt machen. Am Montag, Mamas 50. Geburtstag, ging es mit dem Mietwagen an den Pazifik Richtung Süden – bis nach Santa Cruz. Die Landschaft ist wunderschön. Die Berge reichen bis an die Steilküste und der Pazifik prescht an die Klippen. Kleine süße Küstenorte mit schönen Stränden und wenn man Glück hat, sieht man Wale zu dieser Jahreszeit. An diesem Tag haben wir leider keine Wale gesehen, aber Carla und ich kamen später noch in den Genuß als wir Richtung L.A. gefahren sind. Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir wieder in San Francisco an und konnten das wunderschöne Licht an der Golden Gate Bridge genießen. Ein beeindruckendes Bildnis von Menschenhand geschaffen.

Am nächsten Tag ging es dann Richtung Norden – auf die andere Seite der Bucht. Dafür ging es über die Golden Gate Bridge. Wir fuhren durch den Nationalpark mit Wald, Bergen und Küstenstraßen mit wunderschönen Ausblicken. Weiter ging die Fahrt nach Berkeley, einer wie wir alle fanden nicht so spannenden Stadt, aber mit einer der besten Unis Amerikas – da wollen die Studenten wohl keine Ablenkung. Es gibt drei große, wichtige Brücken in der Bucht von San Francisco und zwei hatten wir nun schon überquert. Zurück in die Stadt ging es über die dritte, die Baybridge. Die Zeit verging wie im Fluge und jeder Tag war besonders – und das Wetter war mit uns. Wir hatten nur Sonnenschein und nie war die Stadt, wie es im Sommer oft der Fall ist, in Nebel gehüllt. Schnell waren die letzten zwei Tage da und all die Dinge, die wir in der Stadt noch sehen wollten, wurden nun erkundet.

Natürlich fuhren wir noch mit der Cable Car, die Straßenbahnen, die dem typischen Bild von San Francisco entsprechen. Es macht Spaß mit der offenen Bahn durch die Straßen zu fahren und die steilen Straßen bergauf und bergab zu rattern. Es ging in die Haight Street, wo es noch Überbleibsel der 60er Hippiebewegung gibt, durch den Mission District und noch einmal Downtown. Chinatown stand auch noch auf dem Plan und die Straßen waren noch herrlich geschmückt von dem Chinesischen Neujahrsfest. Am letzten Tag ging es mit einer Buchtrundfahrt auf dem Boot auf’s Wasser. Wir fuhren mit dem Boot unter der Golden Gate Brücke entlang. Dann zur Insel mit Alcatraz und wieder zurück an Land. Dazu gab es interessante Geschichten über die Historie der Stadt, den Erdbeben, den Gefangenen, Einwanderern und der Brücke. So erhielten wir noch einmal einen ganz anderen Einblick. Diese Stadt ist einfach faszinierend und ich glaube, jeder von uns würde jederzeit wiederkommen. Es gibt kaum Hochhäuser, überall nur etwa 3 Stockwerke hohe Wohnhäuser und ein paar Hochhäuser in der Innenstadt. Überall gibt es Cafés und Restaurant, kleine Boutiquen und Geschäfte. Es wirkt nicht wirklich amerikanisch oder zumindest das, was man sich von Amerika so vorgestellt hat. Einfach eine tolle Stadt mit vielen Möglichkeiten.

Freitag, 11.02., hieß es nun wieder auf Wiedersehen sagen. Wir fuhren gemeinsam zum Flughafen, wo Carla und ich unseren Mietwagen für die nächsten zwei Wochen in Empfang nahmen und uns von unseren Eltern verabschiedeten. Diesmal war der Abschied aber eher so, als wenn wir nur in einen normalen Urlaub fahren würden, denn in drei Wochen würden wir ja wieder in Deutschland sein. Mama und Jörg, wir haben unsere Zeit mit euch sehr genossen und ihr seid jederzeit wieder herzlich willkommen, falls wir wieder auf so eine Reise gehen sollten. Danke!

Nun hieß es für, raus aus San Francisco – die Küste entlang Richtung Süden. Auf zu besserem Wetter und schönen Plätzen. Und an einem dieser schönen Plätze landeten wir auch schon in der ersten Nacht. In Monterey. Ein schöner, kleiner Küstenort mit wunderschönen Stränden und Riesenvillen! Im Sommer ist dort sicherlich die Hölle los, aber jetzt ging es und wir konnten dieses Örtchen genießen. Dort hatten wir einen wundervollen Sonnenuntergang und gingen dann in unser Hostel, um Kraft zu sammeln für die nächsten Tage und die Strecke.

Am nächsten Morgen ging es weiter die Route 1 entlang , der Highway, der sicherlich einige Extrameilen bedeutet, aber wunderschöne Aussichten verspricht – und hält. Die Landschaft ist unglaublich und das für hunderte von Kilometern. Das Meer, die Berge, die Wälder, und die Tiere im Wasser – denn mal wieder kamen wir in den Genuss Wale von der Küste aus zu beobachten.  Gegen Abend kamen wir in Santa Barbara an. Eine Stadt etwa 150 Kilometer nördlich von L.A., die eine Reise wert ist. Leider hatten wir dort nur einen Tag eingeplant, aber beim nächsten Mal wird es mehr. Dort im Hostel eingecheckt, hatten wir auch schon eine Einladung für den Abend. Es ging an den Strand mit einem Lagerfeuer und Marshmallows – the American way. Ein gelungener Abend und ein paar neue Freunde mehr. Doch leider mussten wir am nächsten Tag weiter nach Hollywood – und wir wollten auch.

Also ging es am Sonntag nach Los Angeles, die Stadt der Engel. Zuerst ging es durch Malibu – unglaubliche Villen thronen dort am Berg oder direkt erste Reihe am Strand. Wie im Fernsehen! Und als wir in die Stadt reinfuhren, fühlten wir uns wie im Kino. Überall sahen wir Orte, die wir aus dem Kino oder Fernsehen kannten – es war toll! Und wir landeten in einem tollen Hostel in West Hollywood – den Stars ganz nah. Dort machten wir auch schnell neue Freunde – ein Italiener, der nach einer Band sucht in L.A. und ein amerikanischer Songwriter und Sänger. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht in Hollywood und am Sunset Strip ging es deswegen am nächsten morgen ins Plattenstudio, um den Aufnahmen von David zu zuhören und sogar bei einem Lied mitzusingen, oder eher zu schreien  – Teenager in Love. Ihr müsst euch das unbedingt im Internet angucken. http://www.reverbnation.com/play_now/7335925

 Er hat unglaublich schöne Texte und Musik, die einen an Ryan Adams und Damien Rice erinnern. Wir haben also das erste Mal erlebt, wie so ein Album zustande kommt und dazu noch einen neuen Lieblingssänger – David Arthur aka SimplyEsoteric. Das war also unser ganz persönliches Hollywood Erlebnis. Es ist unglaublich wie viele Leute schon allein in dem Hostel versuchten ihren Platz in Hollywood zu finden. Musiker, Schauspieler, Models. Interessant! Und manchen haben sogar Erfolg – wir wünschen allen viel Glück und vielleicht sieht man sie ja bald auf dem roten Teppich und dann können wir behaupten „Damals in dem Hostels… die waren bei uns im Zimmer… die kennen wir..“! Das wäre doch was. An unserem zweiten Tag in L.A. kam dann das Touristen Programm. Das Hollywood Sign, der Hollywood Boulevard, Walk of Fame, Kodak Theatre, Bel Air, Beverly Hills, Rodeo Drive, Hotels. Sunset Strip – alles was dazu gehört. Und wir mittendrin. Es ist unglaublich wie viele fette Villen dort stehen – da fragt man sich doch nur: woher kommt das ganze Geld? Wer wohnt da? Ein paar Promivillen haben wir bestimmt unbewusst gesehen.

Das war also L.A. für uns! Ein interessanter Einblick in die Welt der Stars und die, die es noch werden wollen.

Für uns ging es weiter nach San Diego – aber das wird eine andere Geschichte und nach L.A. kehrten wir noch einmal zurück, um noch einmal Kind sein zu können.

Aber nun ist erst einmal Schluss!
Und für alle die es noch nicht wissen – in ein paar Tagen sind wir wieder in Deutschland. Am Sonntag, 06.März, landen wir um 12.45 Uhr in Berlin Tegel… ein Willkommenskommitee is appreciated!