Melbourne
13 01 2011… wohl endlich mal eine Stadt, in der man sich doch tatsächlich vorstellen könnte in Australien zu leben.
Wir waren ja schon begeistert als wir in Victoria ankamen. Die Great Ocean Road, die Leute, die Kultur. Es scheint anders zu sein als der Rest Australiens.
Nun zu Melbourne. Wir sind am Sonntagmorgen dort angekommen und wie schon erzählt waren wir erst einmal zwei Nächte noch mit Mark auf einem Campingplatz und haben ein bisschen die Stadt erkundet. Dann ist er mit seinen Eltern weitergereist und wir sind für eine Nacht zu einem Couchsurfer gegangen, wo wir nun auf Martina, unsere Freundin von der Basilikum Farm, warteten. Dies war nun unsere erste richtige Couchsurfing Erfahrung, aber uns war schnell klar, dass wir dort nicht länger bleiben können. Lage perfekt, Max, unser Host, super nett, aber das Apartment hatte nicht einmal 20 m². Da wir nun Philip Island als Weihnachtsdestination gestrichen hatten, ließ ich andere Kontakte spielen.
Mein Freund Tom, denn wir zuvor in Newcastle etwa vor 7 Monaten getroffen haben, lebt nun wieder in Melbourne und er hat alle Hebel und Zügel in Bewegung gesetzt, um uns unterzubringen, Denn wir wollten auf keinen Fall zu Weihnachten in ein Hostel. Und da waren wir nun – bei seinem kleinen Bruder Will und seinem Mitbewohner Cullum. Ihr dritter Mitbewohner war gerade ausgezogen und so stand ein Zimmer leer im schönen Stadtteil Elwood. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und haben uns gleich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Doch am ersten Tag hieß es erst einmal: Aufräumen! Denn sonst wäre dies ein sehr dreckiges Weihnachten geworden, ohne sauberes Geschirr und auf dem Boden, denn der Tisch war zugestellt. Also stand eine Grundreinigung an und der Staubsauger vom Nachbarn wurde auch noch ausgeliehen. Als die Jungs abends von der Abend kamen, fühlten sie sich wie in einer neuen Welt.
Nun war Weihnachten. Wir entschlossen uns am Heiligabend, der in Australien nicht gefeiert wird, ein Deutsches Weihnachten zu feiern. Wir machten Schnitzel und Kartoffelsalat und ein köstliches Dessert. Dazu gab es ein bisschen mehr Wein und viel Spaß. Und zum Abschluss ging es zu Live Musik nach St. Kilda. Ein durchaus gelungenes Weihnachten! Am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir allein, denn unsere Mitbewohner waren zu ihren Familien ausgeflogen. Dafür brachten sie Australische Weihnachtsköstlichkeiten mit nach Hause.
Den zweiten Weihnachtsfeiertag habe ich mit Tom auf dem Lande bei seiner Familie verbracht. Ein Haus etwa eine Stunde von Melbourne mit einem See davor und sonst nichts außer Kühe und dieses wunderschönen Grundstück. Ich wurde herzlich aufgenommen , besonders von dem eingeheirateten Schweizer Onkel, der sich freute ein bisschen Deutsch zu reden und über die Australier herzuziehen.
Und so verstrichen die Tage in Melbourne. Wir haben uns die Stadt angeschaut, haben unser Zuhause genossen und wollten garnicht mehr weg. Martina hat uns am 29. Dezember verlassen, um nach Sydney für Silvester zu fahren, wo wir anfangs ja noch mitfahren wollten, aber dann doch nicht mehr wollten. Also blieben wir in Melbourne. Gingen ins Moonlight Cinema im Botanischen Garten, tranken Café in kleinen Gassen in herrlichen Cafés, die auch irgendwo in Europa sein könnten, gingen an den Strand, aßen lecker und hatten einfach nur eine tolle Zeit in einer tollen Stadt.
Ich verbrachte viel Zeit mit Tom und an einen Abschied zu denken viel von Tag zu Tag schwerer. Also verbachten wir Silvester und Neujahr in Melbourne. Da wir alle keine große Lust auf große Party hatten, haben wir abends zusammen gegessen. Musik gemacht und gespielt. Denn es ist hinzuzufügen, dass sowohl Will & Cullum als auch Tom sehr musikalisch sind. So waren wir andauernd von Musik umgeben. Klavier. Gitarre. Gesang. Cd’s. Alles! Meistens ein Segen und bewundernswert, manchmal aber auch etwas anstrengend. Kurz vor Mitternacht sind wir an den Strand gegangen, mit Bier und Sekt in der Kühlbox, Musik und Gitarre im Gepäck und viel Spaß. Es war eine milde Nacht und so kam es, dass wir um Mitternacht zum Feuerwerk alle in den Ozean gelaufen sind. Herrlich! Sonst kennen wir Schnee und Ski fahren zum Neujahr, aber nun waren wir am Strand und es war warm. Ein seltsames Gefühl. Außerdem haben wir sonst immer unser eigenes Feuerwerk, aber das ist in Australien nicht erlaubt. Wahrscheinlich würde sonst das ganze Land zu Neujahr in Flammen stehen. So war es nun nach einem komplett anderen Weihnachten auch ein ganz anderes Silvester.
Aber auch nach Silvester wollten wir Melbourne noch nicht verlassen. Die Stadt war einfach toll, wir hatten nette Menschen um uns herum und fühlten uns wohl. Also verschoben wir unsere Abfahrt nach Sydney auf den 06. Januar.
Vorher ging es noch einmal für mich nach Apollo Bay, wo die Familie von Tom ein Ferienhaus hat. Und es war noch immer so schön, wie zwei Wochen zuvor. Dort hatte ich das erste Mal das Vergnügen einen Wetsuite zu tragen. Denn das Wasser war recht kalt, also sind wir, ich mit Tom & Vater, im Entenmarsch ultra schick im Wetsuite zum Strand gewatschelt und haben uns dabei fast zu Tode geschwitzt. Allerdings waren wir im Wasser dann doch froh die Dinger anzuhaben, denn es war freezing! Nach diesem kleinen Ausflug ging es wieder zurück in die große Stadt. Melbourne.
Warum wir Melbourne so mögen? Zunächst einmal liegt es wohl an den tollen Menschen, die wir dort getroffen haben. Tom, sein Bruder, seine Familie, Cullum – wir fühlten uns willkommen und hatten unsere persönlichen Reiseführer. Freunde. Und mehr. Außerdem ist es die wohl europäischste Stadt in Australien im guten Sinne. Wo man sonst nur riesige, ungemütliche Bars in Australien findet, hat Melbourne kleine Bars mit Charakter und Persönlichkeit. Kleine Cafés in kleinen Seitenstraßen und Gassen. Sehr viel Kunst und Livemusik. Melbourne ist sehr grün und auch wenn die Stadtstrände nicht die schönsten sind, ist es ein toller Ort zur Entspannung. Es gibt immer was zu tun in dieser Stadt. Tagsüber und nachts. Die Menschen sind multikulturell und teilweise noch offener, als es Australier sowieso schon sind. Es ist einfach anders! Und auch wenn das Stadtzentrum wie all die andern großen australischen Städte viele Hochhäuser hat, so kommt alles andere nicht zu kurz. Es ist halt einfach anders!
Wir hatten also eine unglaublich tolle Zeit, fast 3 Wochen, in Melbourne und der Abschied viel uns sehr schwer. Am liebsten hätten wir dort unsere letzten Wochen in Australien verbracht. Aber wir mussten nach Sydney, um Luzie dort zu verkaufen, denn dort ist es einfacher.
Also ging es am 06. März, vor einer Woche, von Melbourne nach Sydney. Etwa 1000 Kilometer – wir haben uns aber den längeren, dafür schöneren Weg am Meer ausgesucht. Und haben es nicht bereut. Es war eine der schönsten Langstrecken, die wir in Australien gefahren sind. Wunderschöne Strände! Süße kleine Städte. Berge. Wälder. Unsere letzte Fahrt in Australien hat uns noch einmal gezeigt, dass es eben doch ein schönes Land ist, dass teilweise vielseitig sein kann, und eine Reise wert ist.
Nach einer Nacht auf einer Rest Area in der Wildnis, kamen wir am Freitagnachmittag wieder in Sydney an.
Nach 7 Monaten Abwesenheit und 21.000 Kilometern waren wir nun wieder am Ort, wo alles begann. Sydney! Und es war ein gutes Gefühl, aber auch sehr komisch.
- Flinders Station
- Nicht gerade strahlender Sonnenschein in Melbourne, aber das hat sich schnell geändert
- Grafittis in der Stadt
- Unsere beiden Gastgeber – Will & Cullum
- Brighton Beach
- Blick auf die Stadt vom Strand aus
- Possums in der Nachbarschaft
- Die WG – ein Saustall, aber musikalisch
- Lauter Gässchen mit kleinen Café… könnte auch irgenwo in Europa sein
- Cricket gucken im Park
- Luna Park
- Martina, Carla, Will
- Tom, Laura, Martina
- So vierle Leute meinen ich sehe aus wie mein australischer Zwilling Cate Blanchett… mmh, ich weiß ja nicht!


































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