Saigon again…

18 04 2010

… die Zweite!

Nach unserer letzten Busfahrt sind wir also Sonntagabend (11.April) in Saigon angekommen. Es war ein schönes Gefühl, in eine Stadt zurückzukehren. Der erste Ort während unserer Reise, an den wir zweimal gefahren sind. So kannten wir uns schon aus und wussten genau wo wir hin mussten und wo unser Hostel lag. Wir haben wieder das gleiche Hostel gebucht, wie zwei Wochen zuvor schon, denn dort hat es uns so gut gefallen. Also kamen wir dort an und wurden auch fast sofort erkannt. Ein tolles Gefühl – ein bisschen wie nach Hause kommen. Wir haben uns sowieso noch auf eine Nacht in Saigon gefreut, denn hier hat es uns gut gefallen, auch wenn ich gern noch eine Nacht am Strand verbracht hätte – aber Strände haben wir in Australien ja wahrscheinlich noch genug.

Nachdem wir unsere Sachen im Hostel abgeladen haben, sind wir in ein uns bekanntes Restaurant gegangen, wo wir auf Oliver und Lukas getroffen sind. Wenig später saßen wir im Park, wo noch ein großes Festival stattfand und wir waren plötzlich umzingelt von vietnamesischen Studenten. Was macht ihr? Woher kommt ihr? Wohin geht ihr? Ein großes Fragen- und Antwortspiel begann. Manche von ihnen sprachen sehr gutes Englisch, manche wollten es durch solche Gespräche verbessern. Aber im Großen und Ganzen war es ein interessanter, kultureller Austausch. Kurz darauf hatten Olli, Carla und ich ein Tattoo am Fuß. Keine echtes! Man konnte sich bei dem Festival eins aufmalen lassen und wir haben das schönste Motiv ausgewählt: ein Panda Bär als Comic Figur. Also, für alle drei das gleiche – Lukas war raus, er hatte Angst!!! Nun waren wir also verbrüdert und Olli unser Panda-Papa-Bär. Mal gucken wie lange es hält, es währt nun schon eine Woche und hat nur etwas an Farbe verloren. Dies war der Beginn eines lustigen Abends. Nach der Aktion ging es in das Sheraton Hotel Ho Chi Minh City. Ein 5-Sterne Hotel der Superlative. Wir wollten unbedingt in die Bar im 23. Stock, um den Blick über die Stadt zu genießen. Der Weg dorthin war etwas kompliziert, weil nur ein bestimmter Aufzug hoch fuhr – also mussten wir einmal umsteigen und wieder runterfahren und irrten etwas durch die Gänge. Da wir eh nicht standesgemäß für dieses Hotel gekleidet waren, wollten wir eigentlich nicht auffallen, aber prompt wurden wir über Fernsprecher und Kamera im Aufzug von der Security angesprochen, wo wir denn hin wollen. Ups! Wir haben dann alles erklärt und durften hoch fahren. Dann – dieser Ausblick! Diese Preise!!! Ein Bier sollte hier sechs Euro kosten – ein Cocktail genauso viel. Also entschieden wir uns für einen Cocktail und schlürften diesen ganz dekadent, in unseren dreckigen Klamotten – aber mit Stil. Dazu wurden sogar Nüsse gereicht. Die Aussicht war toll über das beleuchtete Saigon. Nach diesem kleinen Abstecher in die Luxuswelt, wollten wir eigentlich in einen Club gehen, in dem ein Konzert stattfinden sollte – aber da es schon nach Mitternacht war und in Vietnam die Sperrstunde regiert, war dieser bei unserer Ankunft schon geschlossen. Also liefen wir ein bisschen durch das nächtlich Saigon und waren nicht alleine: Ratten und Kakerlaken waren unsere Wegbegleiter – aber auch zwei Männer. Also, alles im grünen Bereich! Wir entschieden uns wieder in eine Bar in unserer Hotelnähe zurückzukehren nachdem wir vor einem weiteren Club standen, der zwar noch geöffnet hatte, uns aber mit einem abweisenden Blick auf unsere Schuhe (Flip Flops) wieder wegschickte. Ein Blick auf die Leute, die daraus kamen, erklärte alles. Aufgemotzte Vietnamesen in Anzügen und Minikleidern und High Heels – da half auch mein bildhübsches, imaginäres Kleidchen nicht. Aber auch in der Bar war es weiterhin amüsant und die Straßenkinder, die noch immer Blumen verkaufen wollten, verhalfen uns zu mehr Unterhaltung. Auch wenn man sie am liebsten alle ins Bett schicken will, sind manche wirklich lustig und nehmen alles mit Humor. Hier ist es auch anders als in Kambodscha – teilweise arbeiten sie mit ihren Eltern zusammen – dennoch wollten wir keine Blumen kaufen. Für mich endete die nacht um drei Uhr, ich war noch so müde von den letzten, kurzen Nächten. Carla und die Jungs haben noch weitergemacht und landeten in einem Club, in dem Carla die einzige, weiße, blonde Frau war – und somit wohl sehr begehrt.

Der nächste Tag fing mit einem fetten Katerfrühstück an – wieder zu viert. Danach wurde Saigon noch einmal ein bisschen erkundet. Shops unsicher gemacht und wir sind endlich unsere Lampions (Erinnerung: in Hoi An erstanden) los geworden. Denn wir sind zum Post Office gefahren. Dies ist ein Spektakel. Man muss erst zig Bögen ausfüllen: Adresse vom Absender und Empfänger, Dokumente für den Zoll und so weiter. Dann gibt man das alles ab und es wird verpackt. Eine Box wird zugeschnitten und alles eingepackt. Und verklebt. Und verklebt. Und verklebt – bis nichts mehr von der Box zu sehen ist. Die müssen dort einen immens hohen Verbrauch an Packband haben. Dann geht man zum nächsten Schalter, um nun endlich das Paket aufzugeben. Dieses Paket ist nun etwa für drei Monate unterwegs!!! Wir haben es mit dem Schiff schicken lassen, weil es günstiger ist, aber eben auch länger dauert. Uns kann es ja egal sein, wir sind ja sowieso noch länger unterwegs. Ich lasse euch wissen, wann und ob das Paket angekommen ist.

Das alte Postamt ist ebenfalls eine Touristenattraktion, welche wir uns gleich natürlich noch Zugemühte geführt haben. Danach führte uns der Weg durch die Straßen von Saigon, wo wir noch ein paar Albernheiten veranstaltet haben. Dem Vietnamesen gefiel unser Tattoo zum Beispiel sehr gut. Und Ollis Moonwalker auf der vollbefahrenen Straße war der Hingucker schlechthin. Lukas sollte eigentlich Frosch essen, weil er eine Wette verloren hatte, aber leider haben wir kein Restaurant gefunden, welches uns Frosch servierte. Dabei hatten wir zuvor so viele gesehen, die diese Delikatesse auf der Karte führte – nur wir konnten uns nicht mehr erinnern wo sie waren. So gab es für uns alle ein normales, vietnamesisches Essen. Und dann reiste auch schon Jan an, mit dem wir uns nun trafen.

Doch der Abschied der beiden andern Jungs, rückte näher, denn ihr Flug in die Heimat ging noch am selben Abend. Würde euch gerne ein paar Fotos zeigen, aber die meisten Bilder hat Olli gemacht und ich warte noch auf eine E-Mail mit den Bildern – werde sie dann schnellstmöglich nachreichen.

Nachdem die Jungs abgereist waren, hieß es für uns drei Überbleibsel, die Nacht tot zu schlagen – denn wir waren obdachlos – unser Gepäck stand zwar noch im Hostel, aber wir wollten keine Nacht mehr buchen, da unser Flieger am nächsten Morgen um 6 Uhr ging. Also streunten wir durch das nächtliche Saigon und hangelten uns von Bar zu Bar. Gegen eins entschieden wir uns zum Flughafen zu fahren und schnappten uns ein Taxi, um dort noch ein wenig auf einer Bank zu schlafen. Leider durften wir noch nicht in das Flughafengebäude und versuchten so, es uns auf den Bänken davor gemütlich zu machen. Das ging auch einigermaßen – Carla schlief. Jan döste. Und ich wachte. Gegen vier konnten wir einchecken und zu unserem Gate gehen – dort konnte nun auch ich für eine Stunde schlafen.

Nun hieß es Abschied nehmen von Vietnam. Von Südostasien. Schade! Uns hat es dort so gut gefallen, dass wir uns sicher sind, irgendwann mal zurückzukehren. In die gleichen Länder und noch mehr. Nach wie vor hat uns Kambodscha mit seinen Menschen am meisten beeindruckt. In Thailand haben wir nicht so viel gesehen, aber hatten eine tolle Woche auf einer wunderschönen Insel. Vietnam ist landschaftlich so vielseitig und atemberaubend. Jedes Land war für sich wundervoll. Bei einem weiteren Besuch würden wir bestimmte Orte noch einmal wiedersehen wollen und noch mehr. In Vietnam würden wir auch in den Norden fahren wollen. In Kambodscha auch ans Meer. Und nach Laos möchten wir mal – es gibt noch so viel zu entdecken auf diesem Fleckchen Erde, aber wir haben nun schon einen guten Eindruck bekommen. Ich würde es jederzeit wieder so machen. Von Ort zu Ort reisen mit Bussen, Booten, Motorbikes und allem was wir so genutzt haben und genauso wohnen wollen – das Sheraton war schön anzusehen – aber unsere Hostels hatten Charme und haben es zu etwas besonderem gemacht mit etwas Abenteuer. Und wir haben es heile überstanden. Trotz anfänglicher Vorsicht mit Eiswürfeln, dem Essen, Krankheiten, Hygiene und so weiter – haben wir uns von Tag zu Tag immer mehr getraut und wurden nicht bestraft. Keiner von uns hatte während den knappen sechs Wochen je Magenbeschwerden oder Durchfall. Wir waren beide einmal erkältet aufgrund der Klimaanlagen. Und wir haben kein Malaria oder andere Krankheiten bekommen, die durch Stechmücken übertragen werden. Uns geht es also nach wie vor körperlich und seelisch hervorragend.

Wir sagen auf Wiedersehen, Südostasien!!!

Nun ging es also nach Hong Kong – auch noch Asien, aber ganz anders.



Mui Ne

16 04 2010

Am Donnerstag, 08. April, ging es also für uns wieder einmal weiter – nach Mui Ne. Ab an den Strand! Allerdings stand uns vorher noch eine furchtbare Busfahrt bevor – die Straßen in den Bergen sind nicht grad im besten Zustand und in Deutschland würde dort wohl kein Bus verkehren (vielleicht noch nicht einmal jemand der sein Auto liebt), aber in Vietnam geht es nun mal nicht anders und man hüpft so durch die Gegend – von Schlagloch zu Schlagloch – oder krater. Schlafen war also bei dieser Busfahrt mal wieder nicht möglich. Doch auch das haben wir mal wieder gut überstanden und wurden vollends entschädigt.

Mui Ne ist ein kleiner Ort, der eigentlich nur aus einer Straße besteht, die sich am Meer entlang zieht. Dort reihen sich Hotels, Bars & Restaurants sowie Surf Schulen aneinander und alles ist schön beschaulich. Der Strand war mal wieder sehr schön und wir haben uns hier wohler gefühlt als vorher in Nha Trang, da alles etwas ruhiger und kleiner war. Wir haben mal wieder eine kleine Oase gefunden!

Nachdem wir mittags dort angekommen sind, haben wir uns ein Hostel gesucht und sind im Mellow gelandet. Nur über die Straße und wir waren am Strand und dort hausten die coolsten der Coolen Kite-Surfer – ein bisschen zu viel des Guten, aber wir hatten kaum Berührungspunkte mit ihnen. Nach Bezug des Zimmers (wir haben das letzte ergattert) ging es sofort an den Strand! Und dort wurde erst einmal geschlafen, da ja die Nächte zuvor mal wieder etwas kürzer ausgefallen waren. Am Strand konnten wir den Kitesurfern zugucken und uns in die Wellen stürzen – herrlich. Am Abend kam Lukas, einer von den beiden Jungs aus Dalat, auch in Mui Ne an und wir haben uns mit ein paar Leuten aus seinem Bus getroffen. Eine lustige Runde entstand mal wieder – ein Mix aus Engländern, Schweden und Deutschen!

Am nächsten Tag haben wir beim Frühstück Jan kennen gelernt – und per Zufall stellte sich heraus, dass wir am Dienstag zusammen nach Hong Kong fliegen sollten. Die Welt ist doch so unglaublich klein, aber man hat das Gefühl, dass sie beim Reisen noch kleiner wird.

Nachdem wir am Vormittag, in Begleitung von den zwei stattlichen Männern, am Strand gechillt haben und mit kleinen, draufgängerischen, einheimischen Jungs Fußball gespielt haben, ging es am Nachmittag los zu einem Ausflug mit dem Roller. Jan und Lukas waren unsere Fahrer und wir hinten drauf – zur Beruhigung: beide sind auch in Deutschland erfahrene Motorradfahrer. Wir fuhren vorbei am Fairy Stream – ein kleiner Fluss der sich durch die Landschaft schlängelt – bei dem wir eigentlich halten wollten, ihn aber verpasst haben und uns die Zeit drängte. Vorbei am alten Fischerdorf – dort reichte es für ein Foto des Hafens. Vorbei an den roten Dünen – auch dort wollten wir eigentlich halten, aber da wir gehört haben, dass die weißen schöner sein sollten und wir zum Sonnenuntergang da sein wollten, fuhren wir auch hier weiter. Die Landschaft war beeindruckend. Dünen, rote Steine, Meer, kleine Dörfer und ein bisschen Grün. Die Fahrt zur weißen Düne dauerte leider länger als gedacht und wir kamen pünktlich, leicht abgehetzt, bei den weißen Dünen an. Dort wurden wir allerdings vollends für die Hetze entschädigt, denn die Düne war toll und die untergehende Sonne schenkte uns ihr schönstes Licht. In der Dunkelheit, unter ein klaren Sternenhimmel fuhren wieder zurück nach Mui Ne. Am liebsten hätt ich irgendwo angehalten, mich unter die Sterne gelegt und dort übernachtet. Der Himmel war so klar, denn es waren kam Lichter im Umfeld und man konnte, wenn man könnte, alle möglichen Sternbilder lesen. Doch der Hunger & Durst nach einem kühlen Bier drängte uns nach Hause.

Die weiße Düne in ihrer vollen Pracht

Die weiße Düne in ihrer vollen Pracht

Die Nacht führte uns zum Strand zu diversen Bars und Parties. Nach einem großen Lagerfeuer saß man einfach nur am Strand – Jan und ich spielten das wohl schlechteste Billardspiel aller Zeiten und die Truppe vom Abend zuvor gesellte sich auch etwas später zu uns. Das Nachtbaden wurde uns leider durch RIESENquallen am Strand verwehrt, aber dennoch war es ein runder Tag mit viel Spaß und Wind um die Mütze.

Am Samstag ist Lukas gegen Nachmittag nach Saigon gefahren, wo er sich mit Oliver wiedervereint hat und wir sie am nächsten Tag auch treffen wollten. Zuvor lagen wir jedoch in einer etwas ruhigeren Bucht, wohin uns die Jungs mal wieder kutschiert haben mit den Rollern. Der restliche Tag wurde zum Sonnen baden, schwimmen und ausruhen genutzt. Nach verzweifelter Suche nach einem neuen Bikini für Carla, die erfolglos beendet wurde, haben wir uns erneut in die Nacht gestürzt. Und überraschenderweise haben wir mal wieder Leute getroffen, die wir zuvor schon in Nha Trang kennen gelernt haben – wie gesagt, die Welt eines Reisenden ist klein.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, wir hatten quasi ein Buffet auf dem Tisch und etwas hektischem auschecken, ging es Sonntag mit dem Bus Richtung Saigon. Jan ließen wir dabei noch für eine Nacht in Mui Ne zurück. Dies war unsere letzte Busfahrt. Schon ein komisches Gefühl nachdem wir tausende von Kilometern mit dem Bus durch Südostasien gefahren waren – also genossen wir sie besonders… indem wir schliefen!



Dalat

15 04 2010

Auch, wenn wir mal wieder garnicht mehr in Dalat weilen (wir waren dort von Dienstag 06.04. – Donnerstag 08.04.), denn die Reise muss ja weitergehen, MUSS ich darüber noch einiges schreiben. Denn wir hatten dort einen unserer schönsten, informativsten und lehrreichsten Tage seit wir in Vietnam sind.

Dalat ist eine recht hübsche Stadt, die mitten in die Berge vom südlichen Vietnam gesetzt wurde. Demnach ist sie ziemlich bergig und die Straßen sind klein und die Häuser sind bunt. Drumherum findet man eine spektakuläre Landschaft, bei der man vor lauter Staunen und Schönheit den Mund nicht mehr zukriegt.

Wir sind also nach einer holprigen Busfahrt am Dienstagmittag in Dalat angekommen und haben unser süßes, pinkes Hotel bezogen. Hotel Villa Pink House!!! Wir hatten ein riesiges Zimmer, das größte bis jetzt, mit einem Balkon mit Blick über die Stadt und die Berge. Schon da waren wir verliebt in diese Stadt und das Hotel. Dann begegnete uns der Eigentümer, oder der Sohn der Eigentümer, Rot und es war ganz um uns geschehen. Rot ist ein unglaublich lustiger Kerl, der mich diesmal heiraten wollte, und uns eine tolle Tour versprochen hat, wenn wir am nächsten Tag mit ihm mitfahren würden. Er macht Motorbike Touren, aber nicht welche auf der typisch touristischen Route, sondern in sein Heimatdorf und auf einheimische Märkte, Kaffeplantagen und dergleichen, wo sich sonst kaum ein Weißer hin verirrt. Und ein Wasserfall, weswegen ich unbedingt in diese Gegend wollte, war auch mit dabei. Also fackelten wir nicht lange und buchten bei ihm die Tour. Danach haben wir Dalat noch ein wenig zu Fuß erkundet, sind in den Flowers Garden gegangen, der uns vorher als wunderschön verkauft wurde, aber nicht wirklich spektakulär war. Sind um den ausgetrockneten See gelaufen, dieser wurde trocken gelegt, um eine Brücke zu bauen und haben die Düfte auf dem Markt eingeatmet. Dalat ist eine schöne Stadt, die zwar versucht sich sehr auf Touristen umzustellen, es gibt dort sogar ein Sofitel und ein Novotel, aber dennoch nichts von ihrem Charme und Ursprünglichkeit verloren hat. Der Abend endete noch mit einem kurzen Treffen mit ein paar Leuten, die wir noch aus Nha Trang kannten und mit einem lustigen Gespräch mit zwei deutschen Jungs, Lukas und Oliver, die auch bei uns im Hotel wohnten und mit denen wir uns für den nächsten Abend zum Karaoke singen verabredet haben. Nun musste es aber früh ins Bett gehen, denn wir mussten am nächsten Morgen wieder früh raus, denn die Tour sollte um 7 Uhr morgens beginnen.

Mittwoch. Sieben Uhr. Es ging los und es sollte in toller Tag werden. Wir waren 8 Leute und vier Fahrer. Vier fuhren selber, nur ich und Carla sowie ein älteres, sehr lustiges, englisches Ehepaar saßen bei anderen hinten auf dem Motorbike drauf. Carla und ich hatten zwei Mädels als Fahrerin, die wirklich sehr sicher gefahren sind und wir konnten so einfach nur in die Landschaft gucken, uns den Fahrwind um die Nase fegen lassen und genießen. Der Weg führte uns durch die Berge, die noch in der Morgensonne ganz diesig lagen und mit einer grünen Decke überzogen waren. So grün, dass es schon fast blendete. Die grüne Decke besteht teilweise aus dichten Pinienwäldern oder aus einem tropischen Mix, mit Pflanzen, die wir in Deutschland noch nie zu Gesicht bekommen haben. Unser erster Stopp führte uns zu einer Grillen- und Skorpionfarm. Hier wird natürlich wieder alles gegessen und eigentlich essen sie diese Getiere nur, weil sie sie auf Feldern finden und grillen. Aber hier gab es nun die einzige Farm weit und breit um diese „Köstlichkeiten“ zu züchten. Und wir durften in den Genuss kommen, sie zu betrachten und natürlich auch zu probieren. Skorpion wurde ausgelassen, aber ein paar frittierte Grillen kamen auf den Tisch und jeder durfte zugreifen. Nach einer kleinen Überwindungsphase griff ich also beherzt zu und zack – runter damit! Das gute war, dass sie in einem dünnen Teig frittiert waren und nur ein paar Fühlerchen und Beine rausgucken, aber man konnte so nicht wirklich erkennen was es war. Und vom Geschmack her, war es nicht so schlecht. Eigentlich schmeckte es nur nach Frittierfett und etwas Chillisosse, in die ich es vorher getunkt habe. Nun kann ich also behaupten, dass ich Grille gegessen habe – Carla hat sich natürlich nicht überwunden und hat sich bei dem Gedanken daran schon geschüttelt. Ich musste danach dennoch einen großen Schluck Wasser nehmen, denn ich hatte das Gefühl das mit die Beinchen zwischen den Zähnen hängen. Dies war also das erste Highlight des Tages und es sollte noch einige folgen. Rot war ein toller Fremdenführer und erklärte uns alles in seinem perfekten Englisch. Weiter ging die Fahrt in eine Seidenfabrik. Dort wurden die Seidenraupen gezüchtet und wir haben gesehen, wie sie aus den Kokons die Seide gewinnen. Ganz dünne, feine Fäden spinnen sie und zusammengeführt ergeben sie ein festes Garn, aus dem man dann Stoffe weben kann. Dies geschah alles unter einem Dach. Faszinierend! Die Würmer werden dann auf dem Markt als Lebensmittel verkauft, so dass kein Abfall entsteht. Das Garn fühlt sich an wie dickes, weißes Haar – ganz weich und glänzend. Auf den Webstühlen werden dann tolle Muster in den Stoffen verarbeitet und weil noch alles weiß ist, wird es zum Schluss noch eingefärbt. Natürlich konnte man sich dann auch dort die Endprodukte angucken und käuflich erwerben. Ein Seidenschal für 3 Euro – wer kann da „Nein“ sagen?!

Wieder auf die Motorräder geschwungen, ging es weiter zu einem tollen Wasserfall. Er lag recht versteckt und schmetterte plötzlich tausende Liter Wasser vom Felsen. Trotz Trockenzeit war er gefüllt mit Wasser, denn sein Ursprung lag hoch in den Bergen und so konnten wir uns eine kleine Erfrischung gönnen. Wir kletterten also runter – über Felsen, durch den dichtbewachsenen Urwald zum Wasserfall und konnten mal wieder nur staunen und es uns gut gehen lassen. Das Spritzwasser machte uns ganz nass, was allerdings eine willkommene Abkühlung war. So dicht bin ich bis jetzt noch nie an einen Wasserfall herangekommen. Und seit ich in Zimbabwe bei den Victoria Falls war, habe ich eine Faszination für Wasserfälle, aber dies war schon ein besonderes Erlebnis – man konnte quasi zugreifen. Mit nassen Klamotten ging es weiter – diese sollten aber schnell trocken in der Sonne und dem Fahrtwind.

Über die Berge, vorbei an Reisfeldern und Kaffeeplantagen ging es nun in das Heimatdorf von Rot. Seine leiblichen Eltern leben dort noch immer. Er wurde mit 12 von den Hotelbesitzern adoptiert, die ihm eine gute Schulausbildung und ein Tourismussstudium ermöglichten, da seine Eltern, mit 6 Geschwistern, dazu zu arm waren. Zwischendurch hielten wir aber noch an einer Kaffeeplantage an und er erzählte uns, wie dieser geerntet wird und wie er schon manch einer Familie zu viel Wohlstand gebracht hat. Denn vor zwei Jahren war der Kaffeepreis so hoch, dass auch seine leiblichen Eltern zu etwas Geld gekommen waren und sich ein schönes Haus bauen konnten. Auch den vietnamesischen Curry zeigte er uns, den man nicht nur als Gewürz nutzen kann sondern auch als Farbe, zum Beispiel Lippenstift. Also malte er uns allen fleißig die Lippen bunt – und mir leider fast das ganze Gesicht. In seinem Heimatdorf angekommen, haben wir die Motorräder abgestellt und sind durch das Dorf gelaufen. Dort haben wir eine Familie besucht, die einem bestimmten Volk angehört, dessen Namen ich leider vergessen habe. Sie sprechen eine andere Sprache, die Rot auch flüssig beherrschte. Das Volk ist sehr arm und hat besondere Bräuche. Wir saßen bei einer Frau in der Hütte, denn mehr war es nicht – eine Holzhütte, die uns von ihrer Geschichte erzählte. Ein Brauch ist unter anderem, dass die Männer von der Familie der Frau gekauft werden. Es ist also eine arrangierte Ehe, meist ohne Liebe. Je nachdem wie jung und fit der Mann ist, umso mehr kostet er. Oder wenn es der einzige Sohn der Familie ist – dann ist er besonders teuer. Bezahlt wird in Büffeln oder Wassern oder anderen Dingen, die für uns nicht unbedingt Wert hätten. Der Mann muss dann viel arbeiten, wohnt bei der Familie der Frau und wird teilweise wie ein Sklave behandelt. Ziel einer Familie ist es, all ihre Kinder zu verheiraten – besser ist es dann natürlich mehr Söhne zu haben, um reicher zu werden. Denn Töchter bedeuten immer erst einmal Ausgaben. Dennoch ist es gut zumindest eine Tochter zu haben, damit diese mit ihrem gekauften Mann bei der Familie wohnen bliebt und sich später um die Eltern sorgen kann. Der Mann von der Frau, die wir besucht haben, wurde ihr wieder weggenommen. Denn sie waren aus Liebe zusammen, sind damals in den Dschungel geflüchtet und haben 5 Kinder zusammen. Ihre Familie war zu arm, den Mann zu kaufen, und die Familie war darüber nicht sehr erfreut. Sie kamen sie eines Tages und haben den Mann mitgenommen, um ihn an eine andere Frau zu verheiraten. Dies ist nun vier Jahre her und seitdem hat sie ihren Mann nicht mehr gesehen. Eine sehr traurige Geschichte, die uns alle sehr rührte und die Gegensätze zu unserer Kultur verdeutlichte. Zumal ihre Lebensumstände so arm waren und sie fünf Kinder durchbringen musste. Dennoch hatte sie einen tollen Humor und erzählte uns ganz offen von sich und ihren Kindern. Auch Rot lebt nach anderen Vorstellungen. Bei ihm ist es so, dass man die Frau aussucht und der jüngste Sohn mit seiner Frau bei der Familie des Sohnes lebt. Wenn die Eltern sterben, bekommt der jüngste Sohn alles überschrieben. Nach einem köstlichen Mittagessen, welches uns seine Schwester zubereitete, saßen wir beisammen und Rot erzählte uns noch weitere Unterschiede zu unserer Kultur. Ich versuch hier mal ein paar wiederzugeben:

  • Sie mögen große Nasen, große Augen und weiße Haut – alles was sie nicht haben. Deswegen finden sie uns so schön und vermummen sich, um nicht braun zu werden
  • Auch dick sein ist ein Zeichen für Schönheit, denn es bedeutet, dass man wohlständig und gesund ist
  • Die vietnamesische Sprache ist komplett anders als die Deutsche oder Englische. So gibt es unter anderem 7 Bedeutungen für ein und das gleiche Wort, welches nur ein anderes Accent trägt und ein bisschen anders ausgesprochen wird
  • Er hat uns Handzeichen erklärt – der Mittelfinger bedeutet hier nichts, es ist nur eine Zahl; allerdings sind gekreuzte Finger, also bei uns ein Zeichen für Glück (fingers crossed), das Zeichen für „fick dich“; man verbeugt sich nicht beim Bedanken, das ist abwertend; man winkt die Leute anders zu sich als wir es in Europa tun – so macht man es hier nur mit Hunden
  • Frauen trinken nicht, rauchen nicht und gehen nicht aus am Abend – nur an einem Tag im Jahr (Frauentag) dürfen sie all dies tun und richtig die Sau raus lassen – dennoch gibt es auch hier ein paar Ausnahmen gerade in den Großstädten
  • Sie essen Hunde und Katzen – und so ziemlich alles was kreucht und fleucht
  • Zur Hochzeit kommen hunderte, ja fast tausende von Menschen, da jeder jeden mitbringen darf. Man muss für alle etwas zu Essen parat haben und dementsprechend ist eine Hochzeit immer sehr kostspielig und aufwendig, aber eine große Party. Er selber ist manchmal schon auf eine wirklich völlig fremde Hochzeit gegangen und hat sich durchgegessen – allerdings sollte man als Gast immer ein Geldgeschenk übergeben, welches der Beziehung zum Ehepaar angemessen ist
  • Man kann auf dem Markt Geschenke für die Toten kaufen – sie feiern nicht die Geburtstage sondern die Todestage, an denen man Geschenke aus Papier (wie Handys, Klamotten, Autos, Roller, Geld – quasi alles) verbrennt und den Toten mit einer großen Feier gedenkt. Ein toller Brauch, wie wir finden.

Neben dieser kleinen Kulturstunde gab es ein paar einheimische Früchte, natürlich die üblichen Verdächtigen, aber auch Obst für das wir in Deutschland noch nicht einmal Namen haben. Es sollte nun ein besonderes Dessert folgen. In einem Bananenblatt verpackt, dachten wir erst an Sticky Rice- aber Rot stellte es uns als vietnamesische Schokolade vor und jeder durfte einmal abbeißen – so machte es die Runde und es schmeckte wirklich süßlich, etwas nach Tee und war gefüllt mir Kokosnuss. Wieder bei ihm angekommen, klärte er uns auf, was wir da gerade wirklich gegessen haben: Kuhkacke!!! Besser gesagt Kälberkacke! Die Kälber bekommen speziellen Gras zu Fressen und die Kacke wird dann vier Stunden eingekocht und raus kommt eine zähe Masse, die wir eben zuvor zu uns genommen haben. Gut!! Wir schluckten alle noch einmal und fanden uns damit ab, nun nach den Grillen auch noch Kuhkacke gegessen zu haben – und auch Carla diesmal.

Nach einem fast zweistündigen Aufenthalt in dem Dorf, noch ein paar lustigen Trinkspielchen (ohne Alkohol) ging es wieder zurück Richtung Dalat. Auch hier machten wir noch einmal einen Stopp bei einer Pilzfarm. Wieder im Hotel angekommen, tat uns alles weh – besonders der Hintern und die Finger kribbelten. Aber es war ein toller Tag. Wir haben so viel gelernt und die Landschaft ist einfach atemberaubend schön – alles wie in ein grünes Kleid gehüllt.

Nach einer kurzen Pause, haben wir uns dann zum Abendessen getroffen und Rot hat uns in ein lokales Restaurant geführt, wo wir uns den Bauch vollschlagen konnten. Dort gab es besondere vietnamesische Spezialitäten und ich hatte einen ganzen Fisch auf dem Teller. Nicht hingucken – lecker!

Danach ging es dann los zum Karaoke singen in Begleitung von den holländischen Mädchen, Joany und Marloes und den deutschen Jungs, Oliver und Lukas. Aber das ist nicht etwa wie in Deutschland – nein. Man mietet eine eigene Kabine an und kann in Ruhe, in seiner Gruppe, singen. Und das taten wir dann! Aus vollem Herzen. Es gab genug englische Songs und wir haben uns durch die Vielfalt durchgesungen. Es war nach anfänglicher Schüchternheit, die schnell verflogen war, unglaublich witzig. Da wir ja generell gerne singen, egal wo, war es genau das richtige für uns, auch wenn wir es natürlich nicht können. Leider ging das nur bis Mitternacht, dann wurden wir bitterhart rausgeschmissen – ob das wohl an unserer Sangeskunst lag? Wir denken nicht. Danach ging es ins Hotel, da leider nicht mehr so viel geöffnet hatte. Aber da wir ja ein großes Zimmer plus großem Balkon hatten, konnte es dort weitergehen und es wurde noch eine lange Nacht. Dass wir am nächsten Morgen wieder um 7 Uhr abgeholt wurde, geriet völlig in Vergessenheit – aber man kann ja auch immer im Bus schlafen – dachten wir zu diesem Zeitpunkt zumindest noch.   

Alles in allem war dies einer unserer besten Tage. Wir haben unglaublich viel gelernt und viel gesehen und erlebt. Nun konnte es wieder zum Entspannen nach Mui Ne, an den Strand, gehen.



Impressionen vom Ballermann

9 04 2010

Hier folgen nun noch ein paar Bilder aus Nha Trang…

Vietnamesische Boyband auf dem Boot

Vietnamesische Boyband auf dem Boot

 

Die Bucht von Nha Trang, mit vielen Hotelburgen

Die Bucht von Nha Trang, mit vielen Hotelburgen

 

Unsere Bucht zum Schnorcheln

Unsere Bucht zum Schnorcheln

 

Wie win Swimming Pool... ist aber das Meer!

Wie win Swimming Pool... ist aber das Meer!

 

Ladiesnight in einer Bar - galt auch für verkleidete Männer

Ladiesnight in einer Bar - galt auch für verkleidete Männer



Nha Trang

6 04 2010

… der vietnamesische Ballermann!

Nachdem wir also die Fahrt mit dem Nachtbus um sechs Uhr morgens überstanden haben – mehr schlecht als recht – und uns alles weh tat, sind wir zu unserem Hostel gefahren. Das Dong Hai Family Hostel. Wir konnten sogar schon einchecken und unsere Sachen im Zimmer verstauen. Nach einer Dusche, die dringend nötig war, weil man sich nach dem Bus immer so eklig fühlt (Kopfkino: wer lag wohl vorher auf dem Sitz? Unter der Decke? Wer hat auf das Kopfteil gesabbert? Fragen über Fragen…) und einem frühen Frühstück waren wir circa um neun Uhr schon am Strand. Und da sollten wir die nächsten Tage auch verweilen. Wir haben uns eine Liege und einen Sonnenschrim gegönnt, sind in die Fluten gestürzt und haben uns einfach nur die Sonne auf den Pelz brennen lassen.

Zu Nha Trang an sich kann man garnicht viel schreiben. Es ist nicht unbedingt die schönste Stadt – eben ein typischer Touri Badeort. Es gibt zwar auch eine Pagoda, aber wir wollten vier Tage nichts sehen oder hören von diesen Dingen. Nicht nur westliche Nationen verbringen hier ihren Urlaub, sondern es ist auch unter den Vietnamesen ein beliebtes Reiseziel. Und hat ein berüchtigtes Nachtleben, das durchaus mit dem am Ballermann zu vergleichen ist – man trinkt aus Eimern (wenn auch kleine), besoffene Engländer, die einen vollgröhlen und nationenübergreifende Besäufnisse. Wir haben natürlich auch ein bisschen mitgemischt, denn nachdem wir in Hue und Hoi An etwas vereinsamt waren, haben wir es genossen wieder unter Gleichgesinnten zu sein. Wir haben unter anderem die drei Holländer aus dem Zug wiedergetroffen, doch leider sind sie noch an dem Tag abgereist, an dem wir angekommen sind. Und auch der Spanier aus dem Zug, ist uns begegnet, denn er hat als Tauchlehrer in einer Tauchschule gearbeitet und Carla war kurz davor ein Kurs bei ihm zu machen – allerdings haben wir uns dann doch nur für das Schnorcheln entschieden. Ansonsten haben wir mal wieder viele nette, manch Langweiler, getroffen und hatten tolle vier Tage. Unter anderem war dort eine MultiKulti Reisegruppe (Engländer, Spanier, Deutsche, Israeli und wir mittendrin), mit der wir sehr viel Spaß hatten.  Wir haben endlich mal zwei Tage ausgeschlafen, lagen nur am Strand und abends haben wir uns unter das Volk gemischt. Unter anderem war am Freitagabend ein großes Event direkt am Strand von Nha Trang. Es war der 35. Jahrestag zum Ende des Krieges was von den Vietnamesen in Scharen gefreiert wurde und mit einem großen Feuerwerk zu Ende ging. Sehr beeindruckend, denn es waren wirklich Tausende von Menschen dort – wir haben es allerdings vorgezogen das Ganze aus sicherer Entfernung zu betrachten und haben es so nur am Rande mitbekommen.

Am Montag um 8 Uhr morgens, unser letzter Tag in Nha Trang, haben wir eine Bootsfahrt gemacht und sind zu den kleinen Inseln, welche der Stadt vorgelagert sind, gefahren, um dort zu Schnorcheln und zu Schwimmen. Die kleinen Buchten waren traumhaft und das Wasser so klar wie in einem Swimmingpool. Beim Schnorcheln konnte man an dem Korallenriff so eineige, kleine, bunte Fische beobachten – herrlich!! Doch war auch dieser Bootstrip dem Ballermann- Motto ganz treu. Nach dem Lunch sangen die Vietnamesen Karaoke, einer davon im Bikini, und dann gab es eine Floating Bar. Wein trinken, im Reifen sitzen, im Wasser. Dazu muss man sagen, dass wir mit zwei Holländern die einzigen „Weißen“ unter Asiaten waren, wenn denen wenige trinken und noch weniger schwimmen können. Also blieb mehr für uns übrig! Allerdings haben wir uns dennoch sehr zurückgehalten und haben uns lieber über die anderen amüsiert – Vietnamesen sind, meist wohl eher unfreiwillig, unglaublich lustig. Als alle anderen beim nächsten Stopp in ein Aquarium strömten, haben wir es vorgezogen wieder in das offene Meer zu springen und uns ein bisschen treiben zu lassen. Im  Ganzen war das ein sehr lustiger Abschluss für die vier Tage und entsprach den Erwartungen.

Nun sollten wir eigentlich ausgeruht sein, allerdings ging unser Bus heute früh mal wieder um sieben Uhr los und wir leiden nunmehr wieder an Schlafentzug seit zwei Tagen – auf die definitiv zwei weitere folgen werden. Aber das gehört dazu. Uns geht es gut, denn wir sind in den Bergen – in Dalat! Aber dazu mehr, wenn wir unsere Motorbike-Tour morgen hinter uns gebracht haben.



Vier Wochen

3 04 2010

Nun sind wir also schon seit vier Wochen unterwegs – fast ein Monat! Wahnsinn! Die Zeit vergeht wie im Flug und wir haben schon so viel gesehen und erlebt… wir waren in drei Länder, haben hunderte von Leuten kennen gelernt und uns so viel Kultur angeguckt, wie in den letzten Jahren nicht. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, was die nächsten Wochen und Monate so bringen.

Derzeit sind wir also in Nha Trang, aber dazu schreibe ich noch etwas später was separat – nun erstmal ein paar Fotos als nachtrag für die letzten Tage in Hoi An.

Lieben Gruß und frohe Ostern, was wir hier einfach mal auslassen.



Hoi An

2 04 2010

… oder im Kaufrausch!

… oder „you are so beautiful!“

Aber fangen wir von vorne an. Wir sind also am Mittwochmittag in Hoi An angekommen, die Fahrt dahin hat nur knappe vier Stunden gedauert und wir waren richtig schön früh da. Wir konnten trotz früher Ankunft auch schon ins Zimmer in unserem Hotel – Phuoc An. Wirklich ein ganz süßes Hotel, wie bereits gesagt mit einem kleinen Pool und einem recht großen Zimmer und es lag in einer süßen, kleinen Straße nicht weit vom Stadtzentrum. Gleich nebenan unser, wie sich schnell herausstellte, Lieblingsrestaurant. Wir sind gleich nach der Ankunft losgezogen, um die Stadt zu erkunden – und dafür brauch man in Hoi An nicht lange. Es ist eine kleine, schöne Stadt, von der die Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe gehört und dies zu recht. Kein Haus ist höher als 1-2 Stockwerke, die Straßen sind klein, nicht zu doll befahren und alles, Bäume und Läden und Brücken, sind mit Lampions geschmückt.

Wer in dieser Stadt lebt, sollte entweder Schneider oder Schuhmacher sein. Denn in fast jedem Geschäft, außer die Souvenir- und Schmuckläden, sitzt eine Schneiderei oder ein Schuhmacher. So wollen dich alle in ihren Laden locken und dir wirklich schöne Kleider, Röcke, Jacken und dergleichen anfertigen. Als Mann hätte ich mir da sofort „für‘n Appel und’n Ei“ einen Anzug maß anfertigen lassen. Und wenn ich mehr Platz im Gepäck hätte, wahrscheinlich auch ein tolles Kleid – extra für mich maßgeschneidert. Carla dachte an ein Hochzeitskleid!!!!!!!!!!!! Für sich natürlich, aber wir haben beschlossen, wenn wir jemals heiraten sollten, kommen wir hierher, um uns ein Kleid aus bester vietnamesischer Seide anfertigen zu lassen. Schneiderei und Schuhladen wechseln sich quasi ab – also wollten sie uns natürlich auch Schuhe anfertigen. Und da haben wir uns breitschlagen lassen! Wer hat sich denn jemals in Deutschland Schuhe anfertigen lassen? Also mir fällt so schnell niemand ein, außer natürlich einer mit Schuhgröße 55 oder orthopädischen Problemen. Man sucht also ein Modell aus, entweder eins, dass bereits als Vorführmodell im Laden steht oder aus einem Katalog. Wir wählten zwei Vorführmodelle. Dann kann man sich das Leder und die Farben aussuchen und anschließend wird also Maß genommen. Erst wird der Fuß haargenau abgemalt und dann werden alle Masse genommen – Länge, Breite  – an verschiedenen Punkten. Und dann muss man nur noch einen Tag warten und kann seinen Wunschschuh abholen. Es gab auch ganz tolle Stiefel und nachgemachte Turnschuhe – eine Riesenauswahl. Wir hätten uns dumm und dämlich kaufen können, aber ich habe mich auf ein Paar Sandalen beschränkt und Carla hat ein paar flache Pumps in regenbogenfarben bekommen. Am Donnerstagmittag konnten wir dann also unsere Schuhe abholen. Carlas haben sofort gepasst. Meine waren an der Fessel noch etwas zu eng, also wurden sie noch einmal nachkorrigiert und etwa 1,5 Stunden später, passten auch diese.

So fing also unser Kaufrausch an – mit den Schuhen. Am Donnerstag folgten dann noch Lampions in allen möglichen Größen und Farben und Formen, für die man in Deutschland sonst teuer bezahlen würde. Dazu noch ein paar Täschchen und etwas Schmuck. Eigentlich hätten wir uns noch viel mehr kaufen können, aber irgendwann ist das ja alles garnicht mehr zu bewältigen. Aber auch so müssen wir wohl aus Saigon ein Päckchen gen Heimat schicken. Es gibt hier wirklich viele schöne Dinge zu kaufen, schöner noch als zuvor in Thailand oder Kambodscha. Wir müssen also irgendwann in ein paar Jahren noch einmal wiederkommen – dann mit leeren Rucksäcken und voller Geldbörse. Darauf freu ich mich schon jetzt!

„You are so beautiful. I like your skin, your hair and your eyes“- „Oh thank you, but you are also beautiful!“ So eine Konversation betreiben wir hier ungefähr fünf – zehnmal täglich. Die Asiaten vermummen sich mit Mundschutz, Handschuhen und Socken, um nicht braun zu werden und lieben deswegen unsere weiße Haut. Carla und ich sind natürlich zwei extreme Fälle und fallen wahrscheinlich schon sehr auf, dadurch dass wir auch noch so groß sind und eben genau deren Traumbild entsprechen. In Hoi An kamen dann noch die Schneider dazu, denen unsere Figur so gut gefiel. Das Selbstbewusstsein wird  hier sehr aufpoliert – auch mal sehr schön etwas exotisches zu sein. Wir versuchen es zu genießen und nehmen es als Kompliment – allerdings geben wir immer Komplimente zurück. Denn es ist schon sehr traurig. Hier laufen so viele schöne Menschen rum ,die von den westlichen Schönheitsidealen so geprägt werden. So Schade! Wir einigen uns dann immer darauf, dass man immer das haben will, was man nicht hat. Das passt doch eigentlich in vielen Lebenslagen, nicht nur die Schönheit betreffend.

Zu unserem neuen Lieblingsrestaurant: Café 43. Ein kleines vietnamesisches Restaurant, in dem wir in unseren zwei Tagen viermal waren – davon zweimal zum Essen. Das Essen war unglaublich gut und der Besitzer mit seinen Töchtern und seiner Frau ein Schatz. Außerdem gab es dort sehr leckeres, selbstgebrautes Bier für nicht mal 30 Cent umgerechnet. Bei unserem dritten Besuch am Mittwochabend nur für ein Bier, haben wir einen Deutschen getroffen, der bereits seit 13 Jahren in Saigon lebt und wegen der Arbeit nun in Hoi An war. Er baut Swimming Pools. Ein sehr lukratives Geschäft, wenn man bedenkt, dass ein Hotel neben dem anderen gerade an der Küste entsteht. Für ihn lohnenswert und für die Landschaft sehr schade. Wir befürchten, dass es in ein paar Jahren dort ähnlich wie in Thailand aussehen wird. Wenn es dann wenigstens kleine Hotels wären, die von Einheimischen betrieben werden können, aber meist sind es große Ketten und Konzerne, die da hinter stehen und das meiste Geld wandert wieder aus dem Land raus. Trotzdem hatten wir einen sehr angenehmen Abend und haben gespannt seinen Geschichten und Erfahrungen in Vietnam gelauscht und wie er sich fühlt, wenn er zum Urlaub nach Deutschland fährt. Das war ein interessanter Einblick in das Leben eines Zugezogenen.

Zusammenfassend hat uns Hoi An wirklich sehr gut gefallen. Eine traumhaft schöne Stadt, die so ganz anders war als die bisherigen. Wesentlich ruhiger und besinnlicher. So haben wir uns hier auch getraut mit dem Fahrrad zu fahren – und zwar ohne Fahrer, denn man konnte sich Fahrräder umsonst im Hotel leihen. Und wir haben uns perfekt in den Straßenverkehr eingefügt. Fahrrad fahren und Vietnam gehören einfach zusammen! Dennoch haben wir unseren Aufenthalt hier verkürzt. Eigentlich wollten wir zwei Nächte bleiben, sind dann aber doch nur eine geblieben – denn dadurch dass wir am Mittwoch so früh angekommen sind, hatten wir ja zwei volle Tage. Denn unsere Weiterreise führt uns mit dem Nachtbus nach Nha Trang. In diesem sitze ich auch gerade und schunkel so vor mich hin! Der Bus fuhr um 17.30 Uhr los und sieht nicht etwa aus wie ein normaler Reisebus. Nein! Hier drin gibt es Betten – zumindest für kleine Asiaten, aber auch für uns ist es in Ordnung. Es sind quasi Liegesitze, vielleicht zu vergleichen mit der Businessclass im Flugzeug, nur nicht ganz so breit und komfortabel. Die Füße liegen dann quasi unter dem Kopf, in einer Kiste, desjenigen, der vor dir liegt. Am besten schaut ihr euch das Bild unten einmal an, denn es ist wirklich schwer zu umschreiben. Unsere Fahrt soll etwa 12 Stunden dauern – 12 Stunden für 550 km. Das sind eben andere Verhältnisse, deswegen ruckelt der Bus auch so sehr und ich muss Angst haben, dass ich aus der Liege falle oder mein Netbook quer durch den Bus fliegt. Nun haben wir also wirklich so ziemlich jedes Verkehrsmittel genutzt.



Hué

31 03 2010

… in der Mitte von Vietnam!

Von der beeindruckenden Fahrt hierher habe ich ja bereits berichtet. Dieses Land ist landschaftlich so vielfältig und so wunderschön. Man kann einfach nur staunen! So ist auch Hue eine schöne Stadt. Sie ist etwas ruhiger als wohl die übrigen vietnamesischen Städte und scheint fast wie stehengeblieben, als ob sie den großen wirtschaftlichen Aufschwung noch etwas hinhalten möchte, um ihre Unschuld zu bewahren. Auch Hue liegt an einem Fluss, Perfume River, und das Stadtbild wird bestimmt von kleinen Kanälen, Seen und viel Vegetation. Die Stadt ist in drei Teile unterteilt – in dem einen, European City,  war unser Hotel, das Sports Hotel, und auch die meisten anderen Hotels, Bars und Restaurants. Auch hier ging es eher ruhig zu und von den angeblich so vielen Touristen war nicht übermäßig viel zu sehen. Auf der anderen Seite des Flusses liegt die Zitadelle mit der Imperial City. Dies ist sozusagen die Altstadt, die noch umgeben ist von einer alten Stadtmauer und die heute noch eine Stadt für sich bildet. Inmitten der Zitadelle liegt dann die Imperial City, der verbotenen Stadt in Peking nachempfunden . Wirklich ein sehr beeindruckendes Gebilde der menschlichen Baukunst, welches leider sehr unter Bombenangriffen der Amerikaner gelitten hat und teilweise zerstört wurde. Zudem starben sehr viele Menschen in Hue, da die Bomben während des Neujahresfestes (Tet) gefeuert wurden, wo besonders viele Menschen in Vietnam sich versammeln, um gemeinsam zu feiern. Also auch hier ist die Geschichte immer präsent und teilweise doch schwer zu ertragen.

Wir haben uns von zwei Herren in Cyclos rumkutschieren lassen, um die ganze Zitadelle erkunden zu können, denn die ist doch ziemlich groß. Man hat zwar ein komisches Gefühl, wenn man sich da so durch die Gegend fahren lässt und hinten strampelt sich einer fast zu Tode. Aber das ist hier ein beliebtes Fortbewegungsmittel, auch für die Einheimischen und so haben wir einfach versucht es zu genießen. Unser Fahrer spielte mal wieder den Fremdenführer. Wir stoppten also an fast jeder Pagoda, er machte ein Foto von uns beiden und weiter ging es. Anscheinend liebte er es zu fotografieren, oder er war Hobbyfotograf, oder er mochte es uns zu fotografieren – auf jeden Fall hat er überall ein Foto von uns beiden gemacht. So haben wir nun auch endlich mal wieder ein paar Bilder von uns beiden zusammen, hat auch was Gutes. Nach einer fast zweistündigen Rundfahrt durch die kleinen Gassen der Zitadelle, ging es in die Imperial City – was durchaus beeindruckend war. Denn es war so ganz anders als Angkor Wat und hatte eher einen chinesischen Einfluss. Dort stehen Paläste, Altare, Pavillons und so weiter. Alles auf einem relativ weitläufigen Grundstück, dass es nun zu erkunden hieß. Die genauere Erkundung wurde etwas schwierig, durch Bauarbeiten an den Palästen, aber wir haben das Beste draus gemacht. Danach ging es raus aus der Zitadelle zu einer Pagoda etwas weiter entfernt – die Thien Mu Pagoda. Diese steht oberhalb des Flusses und besteht aus einer großen Stupa, einem Tempel und mehreren Pavillons. Ebenfalls ein wahres Meisterwerk. Es ist unglaublich was für schöne Gärten und Grünanlagen die Asiaten anlegen. Das ist uns bis jetzt in jeder Stadt und Anlage aufgefallen. Alles ist toll angelegt und begrünt – aus den Bäumen und Büschen formen sie Tiere, wie Elefanten oder Schildkröten, und die Blumen blühen wohl das ganze Jahr über. Das war bis jetzt in jeder Stadt so, sogar in den großen, wie Bangkok und Ho Chi Minh City, gab es bis jetzt immer Parkanlagen, vor denen sich die deutschen Parks verstecken können.

Nach unserer langen „Fahrradtour“ haben wir uns wieder auf die andere Flussseite begeben und haben ein bisschen unser Viertel erkundet. Hier gab es viele kleine Läden mit handgemachten Taschen, Kleidungsstücken, Schmuck und so weiter. Vietnam hat tolle Sachen zu bieten, die man als Mitbringsel oder für sich selbst kaufen könnte. Leider ist unser Platz im Rucksack ja begrenzt, dass wir uns nur auf ein Teil aus einem Land beschränken müssen – sonst würden wir womöglich alles leerkaufen. Eventuell schicken wir ein Paket aus Ho Chi Minh nach Hause, aber das entscheiden wir dann vor Ort.

Am Rande: Carla und die Tier ist gerade sehr beruhigt. In jedem Hotel wohnen auch ein paar Geckos mit uns, aber mit denen hat sie sich angefreundet. Und bis jetzt ist uns kein weiteres, ekelerregendes Tier über den Weg gelaufen. Dafür verschüttet sie derzeit alles und saut sich richtig ein. Im Zug war es ein Bier, was quer durch das Abteil verschüttet wurde aufgrund des rüttelnden Zuges – gut, könnte auch mein Bier gewesen sein, man weiß es nicht. Am Morgen danach war es ihr Café und gestern ebenfalls der Café sowie ihr halbes Essen, was sie über ihr neues Kleidchen kleckerte. Aber die Vietnamesen wissen anscheinend besser wie die Kambodschaner und Thais wie man wäscht, denn wir haben Wäsche abgegeben und die kaum doch tatsächlich fast komplett sauber wieder. Sogar die weißen Shirts, sind fast wieder weiß – sehr zu unserer Freude.

Noch einmal zum Wetter – so kühl war es dann doch nicht in Hue. Es ist zwar nicht gnadenlos heiß, aber unsere 30 °C hatten wir trotzdem, aber das war zu ertragen. Ich denke auch, dass wir uns so langsam an die Hitze gewöhnt haben. Ich hab mir gestern also erst mal schön meinen ersten Sonnenbrand im Nacken eingefangen – Pech gehabt! Wir haben sowieso schon die typische „Touribräune“, sofern man sagen kann, dass wir schon gebräunt sind. Für unser Empfinden haben wir schon Farbe bekommen, nur leider sieht es niemand anders – aber wissen es!!!!

Nun geht es also, mal wieder mit dem Bus, nach Hoi An, dort haben wir uns ein schönes Hotel, mit Pool, gebucht und sind mal gespannt was uns erwartet. Außerdem sind wir jetzt in Besitz eines Open-Tour-Bus Tickets, das uns bis Ho Chi Minh zurückbringt. Wir können eben in Etappen dorthin fahren und das ist ja genau das, was wir wollen. Nun führt es uns also erst einmal nach Hoi An und dann wohl nach Nha Trang, um mal wieder ein bisschen am Strand liegen zu können.

Reisen macht Freude!!!

 



Wir machen eine Reise

29 03 2010

…diesmal mit dem Zug. Nachdem wir schon jegliches Fortbewegungsmittel benutzt haben, war heute der Zug dran. Wir sind schon mit kleinen und großen, schnellen und langsamen Booten gefahren, große und kleine Busse, Tuk Tuks, Taxen, als Beifahrer samt Gepäck auf einem Motorbike, einer Rikscha, natürlich geflogen – also so ziemlich mit allem, was sich die Menschheit überlegt hat, um sich von A nach B zu bewegen.

Wir haben einen Soft Sleeper, ein Schlafabteil mit vier Betten, gebucht und waren ganz glücklich, dass unsere Mitfahrer Spanier waren und wir uns somit mit ihnen verständigen konnten. Außerdem waren unsere Nachbarn mal wieder Holländer und so hatten wir eine lustige Nacht – der Zug schlief und wir quetschten uns zu sechst in ein Ausgangsbereich, um niemanden zu wecken, tranken Bier und quatschten.  Allerdings hat uns unsere Reisebegleitung schon in Nha Thrang verlassen – wir hatten noch 11 Stunden Fahrt vor uns! Seitdem waren wir nun allein in unserem Abteil und lauschten den Geräuschen der Schienen und schliefen schunkelnd immer mal wieder ein. Eine Station vor Hué stieg noch ein englisches Pärchen ein.

In Vietnam muss man einmal mit dem Zug gefahren sein. Die Bahnstrecke erstreckt sich von Saigon an der Küste entlang bis hoch in den Norden nach Hanoi und weiter. Man würde bis Hanoi circa 30 Stunden Zug fahren. Wir denken 17 Stunden, also unsere Strecke, sind durchaus genug. Aber es ist unglaublich schön, was man alles links und rechts von der Strecke sieht. Berge, Reisfelder, schöne Landschaften und manchmal das Meer mit tollen Buchten. Ein Erlebnis und ich bin so froh, dass Carla das mit mir macht, denn davon habe ich schon seit langem geträumt. Für mich das ultimative Vietnamerlebnis. Allerdings freue ich mich auch schon sehr, wenn wir in Hué mal wieder länger als nur eine Übernachtung sein werden. Und dann mal schauen, was wir uns noch so alles angucken werden – wir werden ganz langsam den Weg Richtung Ho Chi Minh City wieder zurücklegen. Außerdem fühlen wir uns grad richtig frei. Bis Phnom Penh hatten wir ja den kompletten Trip schon von zu Hause aus durchgeplant und sind nun ganz frei in unserer Entscheidung, wohin wir wollen und wie lange wir bleiben möchten. Trotzdem muss ich sagen, dass was wir vorher geplant haben, ohne auch nur ein Teil bereits gesehen zu haben, immer gut gepasst hat. Sowohl von der Dauer des Aufenthalts als auch von der Unterkunft. Manchmal glaube ich selber nicht, was wir hier eigentlich machen und dass wir das alles selbst bewerkstelligen. Von Ort zu Ort buchen wir unsere Verkehrsmittel und wissen nie vorher so wirklich ,wie wir weiterkommen. Und jetzt sind wir noch freier in unseren Entscheidungen, weil wir weder wissen wie lang wir bleiben und wo. Es macht so unglaublich Spaß. Die Länder, die wir bereits kennengelernt haben, die vielen, meist interessanten Menschen, die Sachen, die wir schon gesehen haben. Wir reisen zwar erst seit guten drei Wochen, aber es kommt uns schon so vor wie 2 Monate. Ich finde es fast schwer vorstellbar, dass ich nach Asien wieder in eine westlichere Welt fahre – sprich Australien. Mir gefällt es hier so unglaublich gut und es gäbe noch so viel zu entdecken. Also, wir müssen definitiv wiederkommen. Jetzt schauen wir aber erst mal was Vietnam uns noch so zu bieten hat. Bis jetzt sind wir durchaus begeistert und freuen uns auf die weiteren 2 Wochen in diesem wunderschönen Land.

Nach 18 Stunden Zugfahrt, die allerdings wirklich gut vergangen sind, sind wir gut in Hue angekommen – quasi in der Mitte von Vietnam. Unser Hotel, Sports Hotel, ist mal wieder ein guter Griff gewesen und liegt im richtig süßen Zentrum von der Stadt. Da wir heut einfach nur noch zu müde sind, erkunden wir morgen alles in Ruhe – es soll wunderschön sein, hört man munkeln. Heute Abend gönnen wir uns seit drei Wochen das erste Mal wieder ein paar Kekse – unglaublich. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es hier nicht so heiß ist, fast richtiger Frühling, und man mal wieder etwas Appetit. Müde aber sooo glücklich!

Ach ja, heute haben wir nicht Zimmer Nummer 303 sondern 302…. Mmmh!

Gute Nacht!

Und hier noch ein paar Eindrücke von unserer Bahnfahrt:



Saigon

29 03 2010

Von der Stelle, wo uns der Bus abgesetzt hat, war es nicht mehr weit zu unserem Hostel. Ein kleiner Vietnamese zeigte uns den Weg durch die verwinkelten Hinterhöfe der sonst so belebten Straßen.  Und da waren wir – in unserem bis jetzt wirklich tollsten Hostel: Ngoc Thao Guesthouse mitten in Saigons Backpackerviertel. Es war klein, nur etwa 10 Zimmer, und wird von einer Familie betrieben, die uns unheimlich nett empfing. Es war unglaublich sauber und alles ganz lieb eingerichtet. Wenn wir in zwei Wochen wieder in Hoh Chi Minh sind, werden wir dort wieder schlafen, denn diesmal war uns wieder mal nur eine Nacht dort vergönnt. Allerdings ist uns aufgefallen, dass wir bereits seit den letzten drei Hostels immer die gleiche Zimmernummer hatten – 303 – ist das ein Zeichen? Wenn, dann nennen wir es ein Glückszeichen.

Obwohl wir müde und erschöpft waren, sind wir raus auf die Straßen und haben uns das Treiben angeguckt und waren sehr schnell Teil davon. Nach einem leckeren Abendessen, sind wir in einer Bar gelandet, in der wir total versackt sind. Die Kellner haben uns köstlich amüsiert und flirteten mit uns. Armin und sein Freund kamen noch vorbei und auch das englische Pärchen, wo die Dame von der Brücke gefallen ist, gesellte sich zu uns für ein Stündchen. Auch ein nicht so angenehmer Zeitgenosse, ebenfalls Deutscher, saß aufgrund einer Einladung eines Kellners an unserem Tisch – er dachte wohl, deutsch muss zu deutsch. Der Typ war allerdings recht anstrengend und erzählte uns, wo er schon überall gewesen ist, was er schon alles gesehen hat, wo schon überall Fotos von ihm hängen, dass er in den besten Hotels gewohnt hat, ein Appartement in Saigon hat und so weiter. Allerdings merkte er erst recht spät, dass wir ihn ziemlich nervig fanden und hat sich dann auch endlich mal davon gemacht. Aber auch er hat den Abend durchaus belebt. Außerdem habe ich auch eine ganz tolle Begegnung mit einem Kanadier gehabt, ein echt toller Typ, der mich sehr beeindruckt hat. Es ist einfach unglaublich, mit wie vielen Menschen man hier so spricht. Das summiert sich auf den Tag auf bestimmt 5-15 Fremde, mit denen man sich länger als 5 Minuten unterhält. Meistens sind es alles Männer – schon komisch. In Deutschland spreche in nicht mal in einem Jahr mit so vielen Männern, die ich gerade kennen lerne, aber hier ist es anders. Erstens sind meist viele Pärchen unterwegs, die sehr auf sich fixiert zu sein scheinen.  Und Mädchengruppen gibt es nicht so viele. Also bleiben die Männergruppen. Und meist ist alles recht unbefangen, man trifft sich, unterhält sich, trinkt oder isst was zusammen und dann trennen sich die Wege wieder. Manchmal wird natürlich auch ein bisschen geflirtet, schließlich sind hier einige Typen unterwegs, die durchaus ansehnlich sind. Außerdem ist es jetzt schon so, dass wir teilweise immer wieder die gleichen Leute treffen. Ein Pärchen, dass mit uns in Phnom Penh im Hostel war, war auch wieder in Can Tho. Ebenfalls ein Engländer aus Phnom Penh, lief uns gestern Abend in einer Bar über den Weg. Leute aus der Reisegruppe, sprich Armin und die Engländer und auch ein Inder, begegnen einem auch andauernd. Man kommt sich dadurch garnicht mehr so fremd vor, in dieser großen Stadt – gar Welt.

Ho Chi Minh City, Saigon, ist eine tolle Stadt. Zwar auch recht groß, laut und belebt, aber wesentlich toller als Bangkok. Es hat so viel zu bieten. Die Häuser sind meist klein und es gibt so viele Gegensätze. Gestern haben wir sie ein bisschen erkundet und freuen uns schon ,dass wir hierher noch einmal zurückkehren können. Unsere Säcke mussten wir schon wieder packen und konnten sie dann aber den ganzen Tag im Hostel stehen lassen, bevor es abends um elf in den Zug ging. Hier stehen Neubauten zwischen kleinen Häusern. Teilweise alte Kolonialbauten. Tolle Museen und mittendrin eine christliche Kirche, Notre Dame. Es gibt viele Grünanlagen, die gestern am Sonntag, voll waren mit vietnamesischen Familien, die dort picknickten und es sich gut gingen ließen. Und wir waren mittendrin. Sind über den  Markt geschlendert und haben uns mit Leckereien für die lange Zugfahrt eingedeckt und haben die Stadt für uns erobert. Das Stadtbild prägt besonders ein Bild – der Roller. Sie fahren überall in Scharen. Jeder hat einen oder mehrere im Besitz und an den wenigen Ampeln stehen sie und warten auf das Signal, um dann brausend weiterfahren zu können.

Bevor wir mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren sind, durften wir noch im Hostel in der Familiendusche duschen und haben nach einem leckeren Essen, mal wieder eine nette Begegnung in einer Bar gemacht. Das hört nie auf! Manchmal ist man fast traurig, dass man wieder weiterfahren muss, denn man hätte sich bestimmt noch viel mehr zu erzählen. Aber so ist das eben und neue Bekanntschaften kommen schnell. So verließen wir also die Stadt und fuhren zum Bahnhof wo unser Zug nach Hué schon auf uns wartete.