Nha Trang

6 04 2010

… der vietnamesische Ballermann!

Nachdem wir also die Fahrt mit dem Nachtbus um sechs Uhr morgens überstanden haben – mehr schlecht als recht – und uns alles weh tat, sind wir zu unserem Hostel gefahren. Das Dong Hai Family Hostel. Wir konnten sogar schon einchecken und unsere Sachen im Zimmer verstauen. Nach einer Dusche, die dringend nötig war, weil man sich nach dem Bus immer so eklig fühlt (Kopfkino: wer lag wohl vorher auf dem Sitz? Unter der Decke? Wer hat auf das Kopfteil gesabbert? Fragen über Fragen…) und einem frühen Frühstück waren wir circa um neun Uhr schon am Strand. Und da sollten wir die nächsten Tage auch verweilen. Wir haben uns eine Liege und einen Sonnenschrim gegönnt, sind in die Fluten gestürzt und haben uns einfach nur die Sonne auf den Pelz brennen lassen.

Zu Nha Trang an sich kann man garnicht viel schreiben. Es ist nicht unbedingt die schönste Stadt – eben ein typischer Touri Badeort. Es gibt zwar auch eine Pagoda, aber wir wollten vier Tage nichts sehen oder hören von diesen Dingen. Nicht nur westliche Nationen verbringen hier ihren Urlaub, sondern es ist auch unter den Vietnamesen ein beliebtes Reiseziel. Und hat ein berüchtigtes Nachtleben, das durchaus mit dem am Ballermann zu vergleichen ist – man trinkt aus Eimern (wenn auch kleine), besoffene Engländer, die einen vollgröhlen und nationenübergreifende Besäufnisse. Wir haben natürlich auch ein bisschen mitgemischt, denn nachdem wir in Hue und Hoi An etwas vereinsamt waren, haben wir es genossen wieder unter Gleichgesinnten zu sein. Wir haben unter anderem die drei Holländer aus dem Zug wiedergetroffen, doch leider sind sie noch an dem Tag abgereist, an dem wir angekommen sind. Und auch der Spanier aus dem Zug, ist uns begegnet, denn er hat als Tauchlehrer in einer Tauchschule gearbeitet und Carla war kurz davor ein Kurs bei ihm zu machen – allerdings haben wir uns dann doch nur für das Schnorcheln entschieden. Ansonsten haben wir mal wieder viele nette, manch Langweiler, getroffen und hatten tolle vier Tage. Unter anderem war dort eine MultiKulti Reisegruppe (Engländer, Spanier, Deutsche, Israeli und wir mittendrin), mit der wir sehr viel Spaß hatten.  Wir haben endlich mal zwei Tage ausgeschlafen, lagen nur am Strand und abends haben wir uns unter das Volk gemischt. Unter anderem war am Freitagabend ein großes Event direkt am Strand von Nha Trang. Es war der 35. Jahrestag zum Ende des Krieges was von den Vietnamesen in Scharen gefreiert wurde und mit einem großen Feuerwerk zu Ende ging. Sehr beeindruckend, denn es waren wirklich Tausende von Menschen dort – wir haben es allerdings vorgezogen das Ganze aus sicherer Entfernung zu betrachten und haben es so nur am Rande mitbekommen.

Am Montag um 8 Uhr morgens, unser letzter Tag in Nha Trang, haben wir eine Bootsfahrt gemacht und sind zu den kleinen Inseln, welche der Stadt vorgelagert sind, gefahren, um dort zu Schnorcheln und zu Schwimmen. Die kleinen Buchten waren traumhaft und das Wasser so klar wie in einem Swimmingpool. Beim Schnorcheln konnte man an dem Korallenriff so eineige, kleine, bunte Fische beobachten – herrlich!! Doch war auch dieser Bootstrip dem Ballermann- Motto ganz treu. Nach dem Lunch sangen die Vietnamesen Karaoke, einer davon im Bikini, und dann gab es eine Floating Bar. Wein trinken, im Reifen sitzen, im Wasser. Dazu muss man sagen, dass wir mit zwei Holländern die einzigen „Weißen“ unter Asiaten waren, wenn denen wenige trinken und noch weniger schwimmen können. Also blieb mehr für uns übrig! Allerdings haben wir uns dennoch sehr zurückgehalten und haben uns lieber über die anderen amüsiert – Vietnamesen sind, meist wohl eher unfreiwillig, unglaublich lustig. Als alle anderen beim nächsten Stopp in ein Aquarium strömten, haben wir es vorgezogen wieder in das offene Meer zu springen und uns ein bisschen treiben zu lassen. Im  Ganzen war das ein sehr lustiger Abschluss für die vier Tage und entsprach den Erwartungen.

Nun sollten wir eigentlich ausgeruht sein, allerdings ging unser Bus heute früh mal wieder um sieben Uhr los und wir leiden nunmehr wieder an Schlafentzug seit zwei Tagen – auf die definitiv zwei weitere folgen werden. Aber das gehört dazu. Uns geht es gut, denn wir sind in den Bergen – in Dalat! Aber dazu mehr, wenn wir unsere Motorbike-Tour morgen hinter uns gebracht haben.