Bondi Beach

29 04 2010

… DER Strand von Sydney!

Wir haben also am Samstag UNSER Auto abgeholt. Ein so unglaublich tolles Gefühl! Denn endlich konnten wir los und fahren und die Freiheit des Kontinents erleben. Da ich nicht in Sydney fahren wollte, da die Stadt so voll ist, dazu der Linksverkehr, undendlich viele Ampeln und Einbahnstraßen und das Auto neu und unglaublich groß ist, sind wir erst einmal raus – also nicht wirklich raus, denn wir sind noch immer in Sydney. Wir sind also Richtung Strand gefahren und haben auch alles ohne Probleme gefunden. Bondi Beach! Nach einem Großeinkauf, alles um die nächsten Tage zu überleben und ein paar grundlegende Dinge, um im Auto zu übernachten, wollten wir eigentlich einen Platz finden, wo wir im Auto schlafen können. Aber rund um Sydney gibt es keine Camping Plätze und man darf nirgends im Auto einfach an der Straße übernachten, was sonst sehr üblich in Australien ist. Also haben wir uns mit ein paar Leuten, die wir zuvor in der Stadt im Hostel kennen gelernt haben, getroffen und sind mit in ihr Hostel. Ein absolut runtergekommenes Ding, aber das scheint hier eher so üblich zu sein. In Asien haben wir ein Viertel für eine Übernachtung gezahlt und die Hostels waren um Welten besser. Aber egal, wir hatten nun einen Platz zum schlafen und ein paar nette Leute um uns. Viele Israelis. Die scheinen eine starke community in Australien zu haben, oder wohl auf der ganzen Welt. Ich bin völlig fasziniert davon, finde es gleichzeitig aber etwas merkwürdig. Man spricht einfach jeden an, man teilt alles und man hat bestimmte Plätze zum schlafen, also bestimmte Hotels, die eher geheim sind und sie vermitteln sich Jobs untereinander – alles völlig unkompliziert und selbstverständlich. So viel also dazu. Den Abend haben wir mit ein paar Leuten verbracht, im Hostel, in einer Wohnung und am Strand. Die Nacht dann in unserem gemischten Dorm – Männer und Frauen, aber wir hatten Glück mit unserem Griff. Am Sonntag sind wir durch Bondi gelaufen und haben nach einem Job geguckt, da ein paar Jung meinten es wäre sehr einfach was zu finden und man könne doch ein bisschen bleiben. Wir sind alle Bars, Restaurants und ein paar Hotels abgelaufen, aber es scheint derzeit sehr schwierig etwas zu finden da die Hochsaison zu Ende ist. Also waren wir erst einmal ziemlich frustriert – und haben uns wieder auf unseren ursprünglichen Plan besonnen. Wir fahren in den Norden und auf dem Weg suchen wir uns etwas auf einer Farm, dann würden wir auch endlich unser Auto fahren und richtig testen können. Am Montagmittag sollte es losgehen. Allerdings ist es anders gekommen!!! Der Abend war unglaublich lustig und der Frust des Tages war wie weggepustet. Auf der Terrasse des Hostels war ein großes Barbecue und eine bunte Mischung an Leuten. Viele Nationen! Chile, Brasilien, Peru, Israel, Irland, Holland und Deutschland. Nach dem Barbecue sind wir alle an den Strand. Gitarre und Wein im Gepäck und eine Menge Spaß. So konnte man die doch etwas kühle Nacht gut aushalten. Am Montag mussten wir zwar früh raus, weil wir auschecken mussten um zehn, aber das Wetter war so schön, dass wir nicht gleich losfahren wollten – wir wollten an den Strand und in den Pazifik springen – und als wir da so lagen, umgeben von netten Menschen, einem leichten Kater vom Abend zuvor, haben wir uns umentschieden erst am nächsten Tag weiterzufahren. Aber wo schlafen? Ohne einen Job ist unser erspartes ganz schnell weg, denn die Hostels sind doch sehr teuer. Da kam unsere Rettung. Der Anruf von Vasili. Vasili, ist der Onkel von Willi, dem Arbeitskollegen von Carla im Nio in Bielefeld. Wir hatten ihn zuvor schon angerufen, weil Willi den Kontakt hergestellt hatte und schon da war er unglaublich nett und hilfsbereit. Jetzt dieser Anruf! Schicksal! Denn normalerweise wären wir schon weg gewesen. Er hat uns angeboten in seinem Apartment zu übernachten und hat uns die Adresse gegeben. Und auf der Fahrt dahin haben wir schnell festgestellt, dass es direkt um die Ecke ist, also unweit vom Strand und nicht in der Stadt aus der wir ja raus wollten. Der erste Glücksgriff. Und als wir das Apartment betraten, stellte sich heraus, dass es quasi frei steht –also er wohnt nicht selber darin. Ein Zimmer ist von einem japanischen Mädchen bewohnt und 3 weitere Schlafzimmer stehen frei. Außerdem gibt es ein Wohnzimmer, eine gute Küche plus Esszimmer, ein Bad und ein Balkon. Wir dürfen hier umsonst wohnen und das solange wir möchten. Wir wissen garnicht was wir sagen sollen: DANKE! Vasili ist ein älterer, charmanter Herr und freut sich einfach nett zu sein und uns damit zu helfen. Wir haben ihn gefragt was er haben will, wir würden ja was zahlen, ob ihn einladen dürfen zum Essen, aber all das will er nicht. Unglaublich! Wir sind einfach nur so glücklich und dankbar. Deswegen haben sich unsere Pläne schon wieder geändert. Wir haben uns nämlich dazu entschieden nicht nur eine Nacht dort zu bleiben, sondern länger und uns nun doch wieder einen Job in Bondi oder direkt in Sydney zu suchen. So könnten wir das ganze Einkommen sparen und hätten nur Ausgaben für Lebensmittel. Jetzt schlafen Carla und ich also seit sieben Wochen das erste Mal wieder in getrennten Zimmern. Ein komisches Gefühl, aber wir genießen unsere Privatsphäre. Nicht nur einmal unter uns sein zu können, also ganz allein, sondern einfach schon, dass man sich das Zimmer nicht mit Fremden teilen muss und man kochen kann wie und wann man will und einfach ein bisschen seine Ruhe haben, wenn man will.

Nun suchen wir also wieder einen Job. Nicht einfach, aber wir sind ganz optimistisch, dass wir etwas finden, denn immerhin sind wir ja bereit so ziemlich alles zu machen. Dienstag sind wir also wieder ein paar Straßen abgelaufen, haben das Internet durchforstet und waren noch nicht hundertprozentig erfolgreich. Dadurch, dass hier so langsam der Herbst kommt, ist die Saison für einen hohen Bedarf an Kellnerinnen fast vorbei, aber bei manchen konnten wir unsere Lebensläufe lassen und warten nun auf Anrufe. Außerdem haben wir am Mittwoch einen Kurs gemacht. Den RSA Schein. Den braucht man in Australien, um Alkohol ausschenken zu dürfen, und vorher nimmt uns hier sowieso keiner. Danach hoffen wir auf einen guten Job in einer großen Bar, in der wir zuvor waren und er meinte, er hätte viele Positionen zu vergeben. Also, hoffen wir darauf oder eben auf etwas anderes. Ansonsten müssen wir halt unsere Pläne wieder ändern und dorthin, wo Arbeit ist und unsere schöne, kostenlose Unterkunft hier verlassen. Mobil sind wir ja jetzt. War uebrigens ein komisches gefuehl wieder die ASchulbank zu druecken, aber wir haben es ueberstanden und haben unser Zertifikat in der Tasche – wuenscht uns Glueck!!!!