Von Derby nach Perth
8 12 2010… die erste Etappe ist geschafft!
Wir sind am Dienstag vor einer Woche in Derby losgefahren. Früh morgens ging es los erst einmal Richtung Broome. Dort sind wir pünktlich zur Ladenöffnung angekommen und konnten Carla erst einmal wieder mit einem neuen MP3 Player bestücken. Es war gut, wieder eine etwas größere Stadt um sich herum zu haben, obwohl auch Broome nicht gerade eine Weltstadt ist. Dennoch ist sie sehr beschaulich, mit ein paar Läden und Shopping Centern, Bars, Restaurants, und wunderschönen Stränden. Leider gilt auch hier: Schwimmen verboten! Dort gibt es zwar diesmal keine Krokodile, nicht direkt an den Stadtstränden, aber dafür die Stingers. Fiese, kleine Quallen, die einen das Leben kosten können. Also hieß es für uns wieder nur gucken. Und das bei über 35°C. Deshalb haben wir auf einem schönem Camping Platz eingecheckt und haben uns am Pool gegrillt. Gegen Abend haben wir eine Pizza eingesammelt, seit langem mal wieder Take-Away Fraß, und haben uns zum Sonnenuntergang mit unserem kleinen Picknick an den Strand gesetzt. Und wo es noch tagsüber wie ausgestorben war, da im Moment keine Saison oben im Norden ist, war es plötzlich recht gut besucht. Alle waren sie gekommen, um sich den Sonnenuntergang anzuschauen. Denn der ist im Westen ganz besonders. Die Sonne geht über dem Ozean unter und sie scheint zum Greifen nah. Wunderschön! Das hatten wir nun vor uns, auf unserer Reise in den Süden an der Westküste entlang.
Am nächsten Morgen ging es früh für uns los. Broome hatten wir nun gesehen, nun wollten wir zu all den anderen schönen Plätzen. Leider lagen dazwischen etwa 1000 Kilometer langweilige Landschaft, Steppe, Hügel, Steine, eine Heuschreckenplage und einfach nur fahren, fahren, fahren. Und das taten wir dann auch. Mittwoch sind wir über 850 Kilometer weit gekommen. Unser Nachtlager haben wir in Point Samson aufgeschlagen. Ein süßer Küstenort, hinter Port Headland kurz vor Karratha, wo wir am Strand geschlafen haben. Also in Luzie, aber direkt vorm Strand. So konnten wir nachts neben dem Lärm von der bar, das Meer rauschen hören. Da wir auf unserer Reise immer früh ins Bett gehen, sind wir mit dem Sonnenaufgang wach. Gegen 5 Uhr morgens. Dann wird noch ein bisschen geschlummert und gegen halb sieben ging dann die Fahrt los. Donnerstagmorgen. Halb sieben. Ab geht die Post. Nach einem Frühstückstopp in Karratha ging es weiter nach Exmouth. Ans Ningaloo Reef. Am Nachmittag trafen wir in der kleinen Küstenstadt Exmouth an, kauften uns Schnorchel und Maske und lagen uns an den Strand. Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz unterhalb des Leuchtturmes umgeben von Emus. Exmouth liegt auf einer Landzunge, Peninsula. Auf der einen Seit das offene Meer, und auf der anderen Seite der Cape Range Nationalpark mit dem Ningaloo Reef. Zum Reef, Riff, ging es am nächsten Morgen. Der Nationalpark zieht sich etwa 70 Kilometer die Küste runter mit zahllosen Schnorchelspots, kleinen Buchten, Schluchten in den Bergen und unberührter Landschaft. Wir haben am Ende angefangen, am Yardie Creek. Ein Fluss, der in den Bergen entspringt und ins Meer fließt. Atemberaubend schön und wir hatten diesen Ort ganz für uns allein. Danach ging es weiter zum Sandy Beach! Eine Bucht, die wir ganz für uns allein hatten. Mit kristallblauem Wasser, weißen Sand. Und Delfinen. Carla meinte „Da hinten ist irgendwas!“ und rannte los. Da waren sie. Delfine, nah am Strand und nur für uns. Wunderschön! Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Nach diesem Erlebnis mussten wir uns erst einmal ein bisschen beruhigen am Strand und dann ging die Fahrt weiter zur nächsten Bucht. Auf dem Weg dahin machte es „Pock“! Oh nein, ein Känguru. Carla hatte ein kleines Känguru erfasst. Es kam von der Seite angesprungen und hoppelte in unser Auto – wahrscheinlich hat es nicht überlebt. Aber an unserem Auto war nichts zu sehen. Kein Fell. Kein Blut. Kein Schaden. Aber das ist nun auch erledigt. Da fahren wir schon extra nie nachts, weil es dann nur so von Kängurus wimmelt, und trotzdem hüpft uns eins am helllichten Tag ins Auto. Das arme Ding!
Weiter im Text. Die nächste Bucht war zum Schnorcheln. Erst haben wir einen Drift mit der Strömung gemacht und haben uns die Unterwasserwelt angeschaut. Seegurken, bunte Fische, große und kleine Fische, Korallen, Schwämme und so weiter. Mal wieder sehr hübsch anzusehen. Und man musste nicht mal wirklich schwimmen, da einen die Strömung getragen hat. Wir mussten nur rechtzeitig wieder raus, damit einen die Strömung nicht auf das offene Meer hinausträgt. Nach einer Verschnaufspause ging es an eine andere, abgeschottete Bucht zu einem weiteren Schnorchelausflug. Nach weiteren Buchten ging es weiter nach Coral Bay. Ein Ort etwa 150 km von Exmouth entfernt, der ebenfalls an dem Reef liegt. Dort haben wir das Meer beobachtet, auf das türkisblaue Wasser geschaut und einen Café genossen. Die Nacht haben wir auf einer Rest Area mit einem stinkenden Scheissloch in der Nähe verbracht.
Am nächsten Morgen, Samstag 04. Dezember, ging die Fahrt weiter nach Monkey Mia. Wieder mal ein kleiner Ort, eigentlich eher ein Resort, auf einer Landzunge, mit wundervollen Stränden und viel zu sehen. Auf dem Weg dorthin ging es zum Shell Beach. Ein Strand. Weiß. Aber kein Sand, nur Muscheln. Kleine Muscheln! Überall! Und dazu kristallblaues Wasser wieder einmal. Nach einer kleinen Fotosession und entspannenden Minuten ging es nun weiter. Zu einem Kliff, von dem man Haie beobachten konnte und der Strand gleich nebenan war voll von Haien. Tausende Haie direkt am Strand. Denn es ist gerade Brutzeit und die Mütter bringen ihre Kleinen in die sichere Bucht. Also keine gute Idee dort ein Bad zu nehmen im Moment. Aber es beeindruckend zu beobachten, leider war es etwas schwer es auf einem Foto einzufangen, da sie kaum an die Oberfläche kamen. Aber das Bild mit den schwarzen Schatten im Wasser – das sind Haie! Die Fahrt ging weiter nach Denham, die Stadt gleich neben Monkey Mia. Mit prachtvollen Ferienhäusern, kleinen Läden, Café und etwas Leben. Doch wir wollten weiter. In Monkey Mia angekommen, checkten wir in dem Resort auf dem Campingplatz ein und legten uns an den Strand. Noch gab es keine Delfine zu sehen, doch das sollte am nächsten Morgen anders werden. Punkt 7.30 Uhr trafen sie in der Bucht ein. Direkt am Strand. Leider waren wir diesmal nicht allein sondern von Hunderten von Leuten umgeben. Aber das hat dem Moment keinen Abbruch getan. Es war beeindruckend! Man durfte nicht ins Wasser und sie anfassen, aber sie allein zu beobachten, wie sie herumtollten, es war auch kleines Kalb dabei, und darauf warteten einen Fisch abzukriegen, war toll. Danach haben wir ausführlich gefrühstückt und den Moment verarbeitet und dann ging es wieder auf die Straße. Unser Weg führte uns über Kalbarri weiter Richtung Süden. Kalbarri ist ein kleiner Ort direkt an der Küste, umgeben von Nationalpark und beeindruckender Landschaft. Nach diesem kleinen Schlenker führte uns unser Weg zu unserem auserwählten Schlafplatz. Eine Rest Area direkt am Strand – Coronation Beach. Etwa 30 Kilometer nördlich von Geraldton. Dort parkten wir, schauten auf das Meer, wo es leider zum Sonnenuntergang wolkig wurde und hörten zum Einschlafen den Wellen zu und blickten in einen wunderschönen Sternenhimmel.
Pünktlich zum Sonnenaufgang, Nikolaus bescherte uns einen ganz schönen, waren wir mal wieder wach und machten uns startklar. Frühstück gab es in der wirklich schönen Provinzhauptstadt Geraldton. Dann ging es weiter über ein paar Abstecher nach Leeman, Greenhead und Jurien Bay. Wunderschöne, kleine Küstenorte mit wunderschönen Dünenlandschaften, langen weißen Stränden oder Klippen. In Greenhead nahmen wir eine Dusche am Strand und froren doch tatsächlich ein bisschen. Denn an diesem Tag hatten wir seit langem mal wieder Regen. Obwohl man sagen muss, dass sich das Wetter merklich verändert hat im Vergleich zu Derby. Es sind nun nur noch etwa 24-28°C. Es ist sehr windig an der Küste und abends muss man sich auf jeden Fall etwas überziehen und die dicken Schlafsäcke haben wir zum Schlafen auch wieder herausgekramt. Aber so ist es auf jeden Fall schöner als bei 43°C beim Nichtstun zu schwitzen.
Nach all dem Meer ging es zu den Pinnacles. Ein Wunder der Natur etwa 250 km nördlich von Perth. Eigentlich wollten wir dort zum Sonnenuntergang hin, denn da soll besonders schön sein, aber da es sowieso regnete, machte es keinen Unterschied. Die Pinnacles. Oder auch Pimmelacles. Kalksteinsäulen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Nambung-Nationalpark)
Diese „Wüste“ erstreckt sich über ein ganzes Tal und ist wirklich beeindruckend. Woher kommen sie? Wie kann sowas sein? Man hat noch eben den Ozean gesehen, halbwegs grüne Landschaft und nun das? Wir sind dort herumgewandert, haben uns alles genau angeguckt und konnten dann nicht widerstehen auch noch mit Luzie einmal durchzufahren. Man kommt sich dort ziemlich verloren vor. Kaum Menschen und nur Gesteine um einen herum. Faszinierend. Nach etwa 2 Stunden in dieser seltsamen Landschaft ging es wieder auf die Straße und wir kamen Perth immer näher, doch heute wollten wir noch nicht reinfahren. Denn wir konnten ab Dienstag bei einem Freund, Steve, von uns wohnen, den wir in Derby kennen gelernt haben und es war eh kurz vor Sonnenuntergang. Also verbrachten wir noch eine Nacht auf einer tollen Rest Area etwa 85 km vor Perth. Hatten dort nette Gesellschaft und gingen mal wieder früh ins Bett.
Dienstagmorgen. Auf in die große Stadt. Nach dem ernüchternden Darwin, über 5 Wochen in dem Kaff Derby und der langen Fahrt, waren wir endlich wieder in einer richtigen Stadt. Einer Großstadt. Mit Millionen von Menschen, großen Häusern, Shoppingcentern – allem was man eben so braucht. Und da Steve noch nicht eingetroffen war, haben wir uns auch gleich auf den Weg zu einem Shoppingcenter gemacht. Und dort verweilten wir fast 6 Stunden!!! Wir haben eingekauft, wie die Bekloppten. Aber es fühlte sich so gut an nach 9 Monaten sich mal wieder etwas Gutes zu tun und sich neue Anziehsachen zuzulegen. Wir hatten es verdient! Und es war ein Outlet Center, also haben wir das Beste rausgeholt. Als wir wieder auf dem Parkplatz ankamen, habe ich noch scherzhaft zu Carla gesagt „Jetzt darf nur nichts mehr mit Luzie passieren, denn wir haben grad zu viel Geld ausgegeben“! Und schwupps, ging die Zentralverriegelung nicht mehr. Komisch. Und der Motor sprang nicht mehr an. Carla hatte das Licht angelassen. Also musste sie herumrennen und nach jemanden suchen, der uns Starthilfe geben konnte. Sie war auch erfolgreich und nach mehreren Versuchen konnten wir sie auch wieder starten. Glück gehabt.
Nun haben wir also fast alles mit Luzie miterlebt. Batterie leer. Ja! Känguru überfahren! Und Glück gehabt. Ja! Schlüssel im Auto eingesperrt und ins eigene Auto eingebrochen. Ja! (Eine Geschichte die auf der Farm passiert ist). Nun kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen, denn sie fährt uns. Selbst das Problem mit der Schaltbox haben wir mit einem kleinen Trick behoben. Bis jetzt hat sich das Auto also nun wirklich bewährt. Wenn man da all die anderen Backpacker Geschichten mit ihren Autos hört, die sonst was reparieren mussten. Nein! Wir haben einfach Glück. Und sie wird uns auch noch bis nach Sydney zurückfahren.
Nach diesem kleinen Zwischenfall mussten wir wenigstens ein bisschen bis zu Steve fahren, gut für die Batterie. Dort angekommen, war es wie im Paradies. Er wohnt in einem süßen Vorort in einem kleinen Haus. Und er hatte schon Abendessen für uns gekocht. Er ist Koch muss man dazu sagen. Wir wurden also vollends verwöhnt und es war schön nette Gesellschaft zu haben und ein Dach über dem Kopf mit einem Bad gleich neben dem Bett, ohne dass man ins Freie treten musste. Wir würden gern noch länger hier bleiben, aber wir haben ja nun noch eine weite Strecke vor uns. Etwa 3500 Kilometer bis nach Melbourne in weniger als 2 Wochen.
Wir bleiben noch bis Freitag in Perth, gucken uns alles in Ruhe an und dann geht die Fahrt weiter. Zu meinem Geburtstag sind wir dann wahrscheinlich in Esperance am Strand. Es ist so merkwürdig, dass wir hier bald Weihnachten haben. Es ist alles weihnachtlich geschmückt, aber es passt einfach nicht. Es ist warm, die Sonne scheint, man geht an den Strand. Und es hängen Weihnachtsmänner und winterliche Dekoration überall herum. Ich bin gespannt wie Weihnachten für uns wird. Wie es aussieht werden wir bei Philip Island sein, etwa 150 Kilometer südöstlich von Melbourne und dort bei Freunden wohnen. Und Martina, einen Freundin, die wir auf der Farm kennen gelernt haben, werden wir ebenfalls zu Weihnachten treffen. Man darf also gespannt sein, wie in Australien Weihnachten gefeiert wird.
Ihr hört wieder von uns – auf dem Weg oder wenn wir in Melbourne angekommen sind. Aber, uns geht es nach wie vor richtig gut. Die Glücksgefühle sind hoch und jeder Tag ist ein Erlebnis.
- Was man am Strand alles nicht darf!
- Picknick am Strand in Broome
- Kamele am Strand in Broome
- Heuschreckenalarm zwischen Brrome und Port Headland – widerlich! Fenster zu!
- Ein Roadhouse… von vielen!
- Honeymoon Bay in Point Samson
- Exmouth Beach
- Emus überall!
- Unser Bett!
- Yardie Creek
- Sandy Beach
- Mangroven im Cape Range Nationalpark
- Coral Bay
- Kühe stehen gern am Strassenrand – oder auf der Strasse und gucken doof!
- Am Ende der Trostlosigkeit ist das MEER!
- Sheel Beach
- Ein Bett aus Muscheln
- Die schwarzen Flecken im Wasser sind Haie – tausende!
- Monkey Mia
- Die Emus wollten auch Delfine gucken – Zeit für ein Gruppenfoto: Emu, Delfin, Hai, Kroko, Kanguruh, Lizzard – alle recht freundlich
- Etwa 2 Meter von uns entfernt
- Fütter mich!
- Zum Greifen nah…
- Little Lagoon bei Monkey Mia
- Stramoliten
- Hamelin Pool
- Kalbarri
- Unser Schlafplatz für eine Nacht. Einschlafen zum Meeresrauschen mit atemberaubendem Sternenhimmel
- Ein Leuchtturm wie an der Nordseeküste – gesehen in Geraldton
- Greenhead – Felsenklettern
- Wunderschöne Bucht bei Jurien Bay
- Pinnacles soweit das Auge reicht
- Luzie in den Pinnacles

































































































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