Weiter geht die Fahrt
18 12 2010Von Perth nach Adelaide
Nachdem wir also ein paar schöne Tage mit Steve in Perth hatten, hieß es für uns Abschied nehmen. Adieu schönes, kleines Häuschen, adieu lecker Essen (was für uns gekocht wurde), adieu adieu! Er musste wieder zurück nach Derby und wir haben ihn pünktlich zum Sonnenaufgang, um 5 Uhr, zum Flughafen gebracht. Woraufhin wir dann wieder in die Stadt reingefahren sind und uns in den Kings Park gelegt haben. Nun erst einmal noch ins Auto bevor es in den Park an sich ging. Vom Kings Park aus hat man eine tolle Aussicht über die Stadt und wir konnten die ersten Sonnenstrahlen des Tages erhaschen. Dann ging es für mich zum Tattoo stechen! In Perth war es nun also so weit mir meinen lang ersehnten Wunsch nach einem zweiten Tattoo zu erfüllen. Ich wollte es schon lange haben und auch gerne auf unserer Reise und nun ist es da – und wird für immer bleiben und mich an unsere Weltumrundung erinnern.
Nach dieser kleinen Farbschlacht ging es dann nach Fremantle. Sozusagen ein Vorort von Perth oder man könnte es auch einen schönen Vorboten nennen. Eine kleine Stadt, beschaulich, am Wasser gelegen, Fischer, Hafen, und sehr gutes Essen. Dort haben wir uns in einer der Brauereien, die gleichzeitig endlich mal eine tolle Bar war, mit Mira zum Abendessen getroffen. Mira haben wir auf Bali kennen gelernt und nun war es Zeit für ein Wiedersehen. Da saßen wir also im „Little Creatures“ und begaben uns gemeinsam auf eine Zeitreise zurück nach Bali. Ein sehr gelungener Abend. Die Nacht verbachten wir dann bei Mira im Apartment. Perth war also purer Luxus für uns. Wir hatten 3 Nächte ein Dach über den Kopf – und zwar nicht das von unserem Auto.
Am Freitag hieß es dann „Lebewohl Perth“! Unser Weg führte uns nach Margaret River. Eine Stadt, etwa 300 Kilometer südlich von Perth. Aber die Stadt an sich ist nicht so interessant, sondern eher das Gebiet herum. Denn hier wird Wein angebaut. Und zu gutem Wein gehört Käse, Schokolade und viele andere Schweinereien. Und wir waren da, um alles zu probieren und nichts zu kaufen! So fuhren wir von einer Käserei zu einer Chocolaterie, dann zum Nuss & Müesli Mann, dann zum Olivenöl Shop und schließlich zum Fudge. Und dann waren wir voll!!! Und es wurde doch etwas gekauft. Den Wein haben wir ausgelassen, da ich am fahren war und Carla sich so mitten am Tag nicht nach Weinverkostung fühlte. Aber die Gegend ist wirklich sehr schön. Man hat Weinberge, Olivenhaine, viele Kühe und Schafe und ein paar Kilometer weiter westlich schon das Meer. Nach dieser Schlemmertour ging es an das Cape Leeuwin. Wo sich der Indische Ozean und der Southern Ocean treffen. Da waren wir dann auch erst einmal am südlichsten Punkt angelangt, den wir auf unserer Fahrt an diesem Tag erreichen konnten. Also ging es nun wieder Richtung Osten. Über Land, durch Tal und Berge über Stock und Stein bis wir an unserem erwählten Nachtlager angekommen waren. Diesmal in einem Wald – mit unheimlich großen Bäumen. Riesenbäume! Und so kam es, dass wir am nächsten Morgen in das „Tal der Riesen“ fuhren, unweit von Walpole entfernt, und uns die Bäume mal genauer anschauten. Erst einmal von oben, oder zumindest fast auf Augenhöhe – teils auch höher. Wir haben einen Tree-Top-Walk gemacht. Eine schaukelnde Brücke durch die Bäume. Faszinierend. Am höchsten Punkt der Brücke waren wir auf 40 Metern und manch Baum war immer noch größer als wir. Wieder festen Boden unter den Füßen ging es zur Erkundung in den Wald. Bäume, die man nicht einmal umgreifen konnte. Nicht einmal zu zweit. Teilweise mit riesigen Hohlräumen in die man hineinklettern konnte. Dies war nun wirklich etwas anderes und etwas, das wir noch nie zuvor gesehen haben.
Danach ging die Fahrt weiter Richtung Denmark, wo wir uns im Nationalpark die Green Pools und Elephant Rocks angeguckt haben. Riesenfelsen im Ozean. Runde Felsen. Beeindruckend!
Die Fahrt ging nun weiter über Albany nach Esperance. Esperance erreichten wir Samstagabend und waren im Paradies. Ein Campingplatz mit Blick auf das Meer und mit netten Leuten. Denn dort wartete Mark auf uns. Mark war unser Koch in Derby, der die gleiche Strecke, die wir in 1,5 Wochen gefahren sind, gerade mal in 4 Tagen gemacht hat, nur um uns dort zu treffen.
Sonntag, der 12. Dezember 2010. Mein 28er Geburtstag. Und er sollte wunderschön werden. Morgens ging es zum Ocean Drive die Küste um Esperance entlang. Wunderschöne weiße Strände, mit kristallblauem Wasser. Kleine Buchten. Lange Strände – alles was das Herz begehrt. Dann noch ein See, der aufgrund von Bakterien eigentlich pink sein sollte, es aber nicht war, da die Bakterien von einer Alge zerstört waren. Aber in den Genuß eines pinken Sees sollten wir später noch unerwartet kommen. Nach der Erkundung von Esperance ging es in den Cape Le Grand Nationalpark etwa 45 Kilometer westlich von der Stadt. Dort sollten wir die weißesten Strände Australien sehen. Kängurus, die sich am Strand sonnen und wunderschöne Landschaften. Und all das traf ein. Ich hatte einen wunderbaren Geburtstagslunch in der Lucky Bay mit Blick auf das blaue Meer. Es war schon merkwürdig meinen Geburtstag das erste Mal in meinem Leben am Meer zu verbringen. Sonst schneit es und es ist bitterkalt. Hier konnte man sich sonnen und über die Natur staunen! So habe ich mir das vorgestellt. So hatten Carla und ich beide unvergessliche Geburtstage in Australien an ganz speziellen Orten. Nach einem tollen Tag im Nationalpark gab es ein prächtiges Abendessen auf dem Campingplatz und den Rest des Geburtstagskuchen. Und dann war mein Tag auch schon wieder vorbei.
Am nächsten Morgen sollte es früh für uns drei losgehen. Es ging wieder ins Outback. 2100 Kilometer bis nach Adelaide – und dazwischen nichts. Ich weiß, ich hatte es Carla versprochen, dass wir NIE wieder ins Outback müssen, aber es führte leider kein Weg daran vorbei. Wir hatten das nicht wirklich auf dem Schirm, dass es im Süden auch noch mal ein Land voll Nichts gibt. Aber diesmal wirklich gar nichts. Nada. Niente. Nothing. Nach 200 Kilometern Richtung Norden, durch eine kleine Stadt, hieß es rechts abbiegen und immer geradeaus ins Nichts. Und es war wirklich geradeaus. An diesem Tag führen wir 90 Meilen (etwa 145 km) auf der geradesten Strecke Australiens. Keine einzige Kurve. Keine Häuser. Nur Büsche und Gras. Sehr ermüdend und ich war heilfroh als dieser Part geschafft war und freute mich auf die erste Kurve, in der ich das Lenkrad endlich mal wieder benutzen konnte. Auf dieser Strecke wäre ein Tempomat und ein Stock zum Lenkrad fixieren ein Traum. Dennoch schafften wir am ersten Tag der langen Reise etwa 850 Kilometer. Vorbei an Roadhäusern und nichts. Man nennt es auch den Nullabor. Eigentlich nur ein Nationalpark, der allerdings wesentlich kleiner ist als die gesamte Strecke. Aber man kann tatsächlich Zertifikate kaufen, dass man diese Strecke geschafft hat. Viele wagen es sogar mit dem Fahrrad, einige davon haben wir passiert, was ich für völlig unsinnig halte, denn wir wollten einfach nur so schnell wie möglich wieder in die Zivilisation. Das wir wirklich im Outback waren, merkten wir auch an den Flugzeuglandebahnen auf dem Highway. Da kommt dann plötzlich ein Schild „Airstrip“, eine Markierung und wenn man Glück hat, oder auch Pech, landet wohl ein Flugzeug der fliegenden Ärzte vor, hinter oder auf dir. Das wäre ja mal ein Erlebnis gewesen – leider nicht geschehen. Die erste Nacht verbrachten wir dann auf einer schönen Rest Area und hatten einen wunderschönen Sonnenuntergang. Im Nichts!
Dienstagmorgen ging es weiter – noch früh am Morgen ging es über die Grenze nach South Australia und plötzlich waren es 2,5 Stunden später. Und immer noch nichts. Da wir von der Strecke so ermüdet waren und die Hitze uns sehr zu schaffen machte, nutzen wir die ersten Anzeichen von Zivilisation und fuhren zu einem geheimen Strand. Diesen Tipp hatten wir die Nacht zuvor von einem Reisenden auf der Rest Area erhalten. Cactus Beach. Und auf dem Weg dorthin über eine Dirt Road sahen wir einen pinken See. Aber sowas von pink. Leider ist es auf den Bildern schlecht zu erkennen, aber es blendete schon fast, weil er so pink war. Beeindruckend und so etwas hat niemand von uns zuvor gesehen. Der See, Salzwasser, war durch eine Straße getrennt und war auf der einen Seite pink und auf der anderen Seit blau. Faszinierend! Und dies wohl aufgrund von Bakterien oder was auch immer, die am Grund sitzen, denn wenn man das Wasser in eine Flasche abfüllte, war es normal. Zauberei! Nach einem Bad für die zwei im Meer, ich musste aussetzen wegen meines heilenden Tattoos, ging die Fahrt erfrischt weiter. Doch auch diese Nacht verbrachten wir in der Einöde. Im Nichts. Doch Mittwoch sollte das Ziel erreicht werden. Adelaide. Nach einem frühen Start und einer sechsstündigen Fahrt kamen wir am Nachmittag in der großen Stadt an. Und sie war nun wirklich groß mit über einer Million Einwohnern. Von einem Extrem ins Andere. Wir checkten mal wieder auf einem Campingplatz ein und gönnten uns eine Dusche. Wir waren unglaublich dreckig von fast drei Tagen Fahrt durch Staub – und Nichts! Adelaide selber haben wir uns, außer einem Shoppingcenter, nicht wirklich angeguckt. Wir haben es einfach genossen, zu wissen, dass man die Stadt gleich da draußen hat. Aber man sollte Adelaide nicht verlassen ohne vorher beim Central Market gewesen zu sein. Also ging es Donnerstagmorgen für uns noch in die Stadt. Zum Schlemmern auf den Markt. Ein Paradies. Ein multikulturelles Angebot an Köstlichkeiten. Uns lief nur beim Hingucken schon das Wasser im Mund zusammen und wir konnten uns nicht entscheiden, was wir zuerst essen wollten. Doch nach etwas stöbern und kosten, war die Entscheidung getroffen und wir hatten ein köstliches Frühstück. Am liebsten hätten wir dort den ganzen Tag verbracht. Frühstück. Ein Snack. Lunch. Ein Snack. Kaffee und Kuchen. Abendessen. Snack – und Mitternachtssnack. Und von vorne! Aber das ging nun leider nicht. Erstens, keine Zeit, die Fahrt sollte noch heute weitergehen – zweitens, es würde das Budget sprengen – und drittens, würden dann wohl die grad neuerstandenen Klamotten nicht mehr passen.
Also ging es nach zwei Stunden im Paradies weiter. Aus der Stadt – aber nicht wieder ins Outback sondern Richtung Victoria. Dort warteten die Great Ocean Road und andere tolle Dinge auf uns. Aber das wird eine andere Geschichte. Vielleicht ist sie schon morgen zu lesen – vielleicht auch nicht!
- Ein kleiner, schöner, feiner Hafen in Perth
- Unser „Zuhause“ bei Steve
- Sonnenaufgang über Perth
- Vorher!
- Nachher – noch ganz frisch!
- Bali Reunion mit Mira
- Margaret River
- „über den Bäumen…“
- Green Pool
- Elephant Rocks
- Esperance Beach – beautiful!
- Das erste im Cape Le Grand Nationalpark
- Ich LIEBE diese orangen Blumen!!!
- Mein Geburtstagslunch an der Lucky Bay
- Sammy der Seelöwe in Esperance
- 90 Meilen – längste gerade Strecke in Australien – oder weltweit?! Langweilig!
- „Der Eiffelturm steht jetzt im Buschland“!
- Sonnenuntergang irgendwo im Nullabor – Outback!
- Einer der vielen Air Strips auf dem Highway im Nirgendwo – Flying Doctors
- Kamele!!
- Pinker See auf der einen Seite – normal auf der andern
- Cactus Beach
- Noch ein pinker See
- Weihnachtsschmuck im Sommer – das ist verkehrt!
- Central Market Adelaide
Kategorien : Allgemein, Australien





































































































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