Saigon again…
18 04 2010… die Zweite!
Nach unserer letzten Busfahrt sind wir also Sonntagabend (11.April) in Saigon angekommen. Es war ein schönes Gefühl, in eine Stadt zurückzukehren. Der erste Ort während unserer Reise, an den wir zweimal gefahren sind. So kannten wir uns schon aus und wussten genau wo wir hin mussten und wo unser Hostel lag. Wir haben wieder das gleiche Hostel gebucht, wie zwei Wochen zuvor schon, denn dort hat es uns so gut gefallen. Also kamen wir dort an und wurden auch fast sofort erkannt. Ein tolles Gefühl – ein bisschen wie nach Hause kommen. Wir haben uns sowieso noch auf eine Nacht in Saigon gefreut, denn hier hat es uns gut gefallen, auch wenn ich gern noch eine Nacht am Strand verbracht hätte – aber Strände haben wir in Australien ja wahrscheinlich noch genug.
Nachdem wir unsere Sachen im Hostel abgeladen haben, sind wir in ein uns bekanntes Restaurant gegangen, wo wir auf Oliver und Lukas getroffen sind. Wenig später saßen wir im Park, wo noch ein großes Festival stattfand und wir waren plötzlich umzingelt von vietnamesischen Studenten. Was macht ihr? Woher kommt ihr? Wohin geht ihr? Ein großes Fragen- und Antwortspiel begann. Manche von ihnen sprachen sehr gutes Englisch, manche wollten es durch solche Gespräche verbessern. Aber im Großen und Ganzen war es ein interessanter, kultureller Austausch. Kurz darauf hatten Olli, Carla und ich ein Tattoo am Fuß. Keine echtes! Man konnte sich bei dem Festival eins aufmalen lassen und wir haben das schönste Motiv ausgewählt: ein Panda Bär als Comic Figur. Also, für alle drei das gleiche – Lukas war raus, er hatte Angst!!! Nun waren wir also verbrüdert und Olli unser Panda-Papa-Bär. Mal gucken wie lange es hält, es währt nun schon eine Woche und hat nur etwas an Farbe verloren. Dies war der Beginn eines lustigen Abends. Nach der Aktion ging es in das Sheraton Hotel Ho Chi Minh City. Ein 5-Sterne Hotel der Superlative. Wir wollten unbedingt in die Bar im 23. Stock, um den Blick über die Stadt zu genießen. Der Weg dorthin war etwas kompliziert, weil nur ein bestimmter Aufzug hoch fuhr – also mussten wir einmal umsteigen und wieder runterfahren und irrten etwas durch die Gänge. Da wir eh nicht standesgemäß für dieses Hotel gekleidet waren, wollten wir eigentlich nicht auffallen, aber prompt wurden wir über Fernsprecher und Kamera im Aufzug von der Security angesprochen, wo wir denn hin wollen. Ups! Wir haben dann alles erklärt und durften hoch fahren. Dann – dieser Ausblick! Diese Preise!!! Ein Bier sollte hier sechs Euro kosten – ein Cocktail genauso viel. Also entschieden wir uns für einen Cocktail und schlürften diesen ganz dekadent, in unseren dreckigen Klamotten – aber mit Stil. Dazu wurden sogar Nüsse gereicht. Die Aussicht war toll über das beleuchtete Saigon. Nach diesem kleinen Abstecher in die Luxuswelt, wollten wir eigentlich in einen Club gehen, in dem ein Konzert stattfinden sollte – aber da es schon nach Mitternacht war und in Vietnam die Sperrstunde regiert, war dieser bei unserer Ankunft schon geschlossen. Also liefen wir ein bisschen durch das nächtlich Saigon und waren nicht alleine: Ratten und Kakerlaken waren unsere Wegbegleiter – aber auch zwei Männer. Also, alles im grünen Bereich! Wir entschieden uns wieder in eine Bar in unserer Hotelnähe zurückzukehren nachdem wir vor einem weiteren Club standen, der zwar noch geöffnet hatte, uns aber mit einem abweisenden Blick auf unsere Schuhe (Flip Flops) wieder wegschickte. Ein Blick auf die Leute, die daraus kamen, erklärte alles. Aufgemotzte Vietnamesen in Anzügen und Minikleidern und High Heels – da half auch mein bildhübsches, imaginäres Kleidchen nicht. Aber auch in der Bar war es weiterhin amüsant und die Straßenkinder, die noch immer Blumen verkaufen wollten, verhalfen uns zu mehr Unterhaltung. Auch wenn man sie am liebsten alle ins Bett schicken will, sind manche wirklich lustig und nehmen alles mit Humor. Hier ist es auch anders als in Kambodscha – teilweise arbeiten sie mit ihren Eltern zusammen – dennoch wollten wir keine Blumen kaufen. Für mich endete die nacht um drei Uhr, ich war noch so müde von den letzten, kurzen Nächten. Carla und die Jungs haben noch weitergemacht und landeten in einem Club, in dem Carla die einzige, weiße, blonde Frau war – und somit wohl sehr begehrt.
Der nächste Tag fing mit einem fetten Katerfrühstück an – wieder zu viert. Danach wurde Saigon noch einmal ein bisschen erkundet. Shops unsicher gemacht und wir sind endlich unsere Lampions (Erinnerung: in Hoi An erstanden) los geworden. Denn wir sind zum Post Office gefahren. Dies ist ein Spektakel. Man muss erst zig Bögen ausfüllen: Adresse vom Absender und Empfänger, Dokumente für den Zoll und so weiter. Dann gibt man das alles ab und es wird verpackt. Eine Box wird zugeschnitten und alles eingepackt. Und verklebt. Und verklebt. Und verklebt – bis nichts mehr von der Box zu sehen ist. Die müssen dort einen immens hohen Verbrauch an Packband haben. Dann geht man zum nächsten Schalter, um nun endlich das Paket aufzugeben. Dieses Paket ist nun etwa für drei Monate unterwegs!!! Wir haben es mit dem Schiff schicken lassen, weil es günstiger ist, aber eben auch länger dauert. Uns kann es ja egal sein, wir sind ja sowieso noch länger unterwegs. Ich lasse euch wissen, wann und ob das Paket angekommen ist.
Das alte Postamt ist ebenfalls eine Touristenattraktion, welche wir uns gleich natürlich noch Zugemühte geführt haben. Danach führte uns der Weg durch die Straßen von Saigon, wo wir noch ein paar Albernheiten veranstaltet haben. Dem Vietnamesen gefiel unser Tattoo zum Beispiel sehr gut. Und Ollis Moonwalker auf der vollbefahrenen Straße war der Hingucker schlechthin. Lukas sollte eigentlich Frosch essen, weil er eine Wette verloren hatte, aber leider haben wir kein Restaurant gefunden, welches uns Frosch servierte. Dabei hatten wir zuvor so viele gesehen, die diese Delikatesse auf der Karte führte – nur wir konnten uns nicht mehr erinnern wo sie waren. So gab es für uns alle ein normales, vietnamesisches Essen. Und dann reiste auch schon Jan an, mit dem wir uns nun trafen.
Doch der Abschied der beiden andern Jungs, rückte näher, denn ihr Flug in die Heimat ging noch am selben Abend. Würde euch gerne ein paar Fotos zeigen, aber die meisten Bilder hat Olli gemacht und ich warte noch auf eine E-Mail mit den Bildern – werde sie dann schnellstmöglich nachreichen.
Nachdem die Jungs abgereist waren, hieß es für uns drei Überbleibsel, die Nacht tot zu schlagen – denn wir waren obdachlos – unser Gepäck stand zwar noch im Hostel, aber wir wollten keine Nacht mehr buchen, da unser Flieger am nächsten Morgen um 6 Uhr ging. Also streunten wir durch das nächtliche Saigon und hangelten uns von Bar zu Bar. Gegen eins entschieden wir uns zum Flughafen zu fahren und schnappten uns ein Taxi, um dort noch ein wenig auf einer Bank zu schlafen. Leider durften wir noch nicht in das Flughafengebäude und versuchten so, es uns auf den Bänken davor gemütlich zu machen. Das ging auch einigermaßen – Carla schlief. Jan döste. Und ich wachte. Gegen vier konnten wir einchecken und zu unserem Gate gehen – dort konnte nun auch ich für eine Stunde schlafen.
Nun hieß es Abschied nehmen von Vietnam. Von Südostasien. Schade! Uns hat es dort so gut gefallen, dass wir uns sicher sind, irgendwann mal zurückzukehren. In die gleichen Länder und noch mehr. Nach wie vor hat uns Kambodscha mit seinen Menschen am meisten beeindruckt. In Thailand haben wir nicht so viel gesehen, aber hatten eine tolle Woche auf einer wunderschönen Insel. Vietnam ist landschaftlich so vielseitig und atemberaubend. Jedes Land war für sich wundervoll. Bei einem weiteren Besuch würden wir bestimmte Orte noch einmal wiedersehen wollen und noch mehr. In Vietnam würden wir auch in den Norden fahren wollen. In Kambodscha auch ans Meer. Und nach Laos möchten wir mal – es gibt noch so viel zu entdecken auf diesem Fleckchen Erde, aber wir haben nun schon einen guten Eindruck bekommen. Ich würde es jederzeit wieder so machen. Von Ort zu Ort reisen mit Bussen, Booten, Motorbikes und allem was wir so genutzt haben und genauso wohnen wollen – das Sheraton war schön anzusehen – aber unsere Hostels hatten Charme und haben es zu etwas besonderem gemacht mit etwas Abenteuer. Und wir haben es heile überstanden. Trotz anfänglicher Vorsicht mit Eiswürfeln, dem Essen, Krankheiten, Hygiene und so weiter – haben wir uns von Tag zu Tag immer mehr getraut und wurden nicht bestraft. Keiner von uns hatte während den knappen sechs Wochen je Magenbeschwerden oder Durchfall. Wir waren beide einmal erkältet aufgrund der Klimaanlagen. Und wir haben kein Malaria oder andere Krankheiten bekommen, die durch Stechmücken übertragen werden. Uns geht es also nach wie vor körperlich und seelisch hervorragend.
Wir sagen auf Wiedersehen, Südostasien!!!
Nun ging es also nach Hong Kong – auch noch Asien, aber ganz anders.
- Vor der Post – der starke Papabär
- Die alte Post
- Normaler Verkehr in Saigon
















Ich teile Euch irgendwann mal mit, wenn das Päkchen angekommen ist:`))
Bei den Verpackungskünsten frage ich mich, ob Opa Christian wohl mal in Saigon war ….