Impressionen vom Ballermann

9 04 2010

Hier folgen nun noch ein paar Bilder aus Nha Trang…

Vietnamesische Boyband auf dem Boot

Vietnamesische Boyband auf dem Boot

 

Die Bucht von Nha Trang, mit vielen Hotelburgen

Die Bucht von Nha Trang, mit vielen Hotelburgen

 

Unsere Bucht zum Schnorcheln

Unsere Bucht zum Schnorcheln

 

Wie win Swimming Pool... ist aber das Meer!

Wie win Swimming Pool... ist aber das Meer!

 

Ladiesnight in einer Bar - galt auch für verkleidete Männer

Ladiesnight in einer Bar - galt auch für verkleidete Männer



Nha Trang

6 04 2010

… der vietnamesische Ballermann!

Nachdem wir also die Fahrt mit dem Nachtbus um sechs Uhr morgens überstanden haben – mehr schlecht als recht – und uns alles weh tat, sind wir zu unserem Hostel gefahren. Das Dong Hai Family Hostel. Wir konnten sogar schon einchecken und unsere Sachen im Zimmer verstauen. Nach einer Dusche, die dringend nötig war, weil man sich nach dem Bus immer so eklig fühlt (Kopfkino: wer lag wohl vorher auf dem Sitz? Unter der Decke? Wer hat auf das Kopfteil gesabbert? Fragen über Fragen…) und einem frühen Frühstück waren wir circa um neun Uhr schon am Strand. Und da sollten wir die nächsten Tage auch verweilen. Wir haben uns eine Liege und einen Sonnenschrim gegönnt, sind in die Fluten gestürzt und haben uns einfach nur die Sonne auf den Pelz brennen lassen.

Zu Nha Trang an sich kann man garnicht viel schreiben. Es ist nicht unbedingt die schönste Stadt – eben ein typischer Touri Badeort. Es gibt zwar auch eine Pagoda, aber wir wollten vier Tage nichts sehen oder hören von diesen Dingen. Nicht nur westliche Nationen verbringen hier ihren Urlaub, sondern es ist auch unter den Vietnamesen ein beliebtes Reiseziel. Und hat ein berüchtigtes Nachtleben, das durchaus mit dem am Ballermann zu vergleichen ist – man trinkt aus Eimern (wenn auch kleine), besoffene Engländer, die einen vollgröhlen und nationenübergreifende Besäufnisse. Wir haben natürlich auch ein bisschen mitgemischt, denn nachdem wir in Hue und Hoi An etwas vereinsamt waren, haben wir es genossen wieder unter Gleichgesinnten zu sein. Wir haben unter anderem die drei Holländer aus dem Zug wiedergetroffen, doch leider sind sie noch an dem Tag abgereist, an dem wir angekommen sind. Und auch der Spanier aus dem Zug, ist uns begegnet, denn er hat als Tauchlehrer in einer Tauchschule gearbeitet und Carla war kurz davor ein Kurs bei ihm zu machen – allerdings haben wir uns dann doch nur für das Schnorcheln entschieden. Ansonsten haben wir mal wieder viele nette, manch Langweiler, getroffen und hatten tolle vier Tage. Unter anderem war dort eine MultiKulti Reisegruppe (Engländer, Spanier, Deutsche, Israeli und wir mittendrin), mit der wir sehr viel Spaß hatten.  Wir haben endlich mal zwei Tage ausgeschlafen, lagen nur am Strand und abends haben wir uns unter das Volk gemischt. Unter anderem war am Freitagabend ein großes Event direkt am Strand von Nha Trang. Es war der 35. Jahrestag zum Ende des Krieges was von den Vietnamesen in Scharen gefreiert wurde und mit einem großen Feuerwerk zu Ende ging. Sehr beeindruckend, denn es waren wirklich Tausende von Menschen dort – wir haben es allerdings vorgezogen das Ganze aus sicherer Entfernung zu betrachten und haben es so nur am Rande mitbekommen.

Am Montag um 8 Uhr morgens, unser letzter Tag in Nha Trang, haben wir eine Bootsfahrt gemacht und sind zu den kleinen Inseln, welche der Stadt vorgelagert sind, gefahren, um dort zu Schnorcheln und zu Schwimmen. Die kleinen Buchten waren traumhaft und das Wasser so klar wie in einem Swimmingpool. Beim Schnorcheln konnte man an dem Korallenriff so eineige, kleine, bunte Fische beobachten – herrlich!! Doch war auch dieser Bootstrip dem Ballermann- Motto ganz treu. Nach dem Lunch sangen die Vietnamesen Karaoke, einer davon im Bikini, und dann gab es eine Floating Bar. Wein trinken, im Reifen sitzen, im Wasser. Dazu muss man sagen, dass wir mit zwei Holländern die einzigen „Weißen“ unter Asiaten waren, wenn denen wenige trinken und noch weniger schwimmen können. Also blieb mehr für uns übrig! Allerdings haben wir uns dennoch sehr zurückgehalten und haben uns lieber über die anderen amüsiert – Vietnamesen sind, meist wohl eher unfreiwillig, unglaublich lustig. Als alle anderen beim nächsten Stopp in ein Aquarium strömten, haben wir es vorgezogen wieder in das offene Meer zu springen und uns ein bisschen treiben zu lassen. Im  Ganzen war das ein sehr lustiger Abschluss für die vier Tage und entsprach den Erwartungen.

Nun sollten wir eigentlich ausgeruht sein, allerdings ging unser Bus heute früh mal wieder um sieben Uhr los und wir leiden nunmehr wieder an Schlafentzug seit zwei Tagen – auf die definitiv zwei weitere folgen werden. Aber das gehört dazu. Uns geht es gut, denn wir sind in den Bergen – in Dalat! Aber dazu mehr, wenn wir unsere Motorbike-Tour morgen hinter uns gebracht haben.



Vier Wochen

3 04 2010

Nun sind wir also schon seit vier Wochen unterwegs – fast ein Monat! Wahnsinn! Die Zeit vergeht wie im Flug und wir haben schon so viel gesehen und erlebt… wir waren in drei Länder, haben hunderte von Leuten kennen gelernt und uns so viel Kultur angeguckt, wie in den letzten Jahren nicht. Wir sind gespannt und freuen uns darauf, was die nächsten Wochen und Monate so bringen.

Derzeit sind wir also in Nha Trang, aber dazu schreibe ich noch etwas später was separat – nun erstmal ein paar Fotos als nachtrag für die letzten Tage in Hoi An.

Lieben Gruß und frohe Ostern, was wir hier einfach mal auslassen.



Hoi An

2 04 2010

… oder im Kaufrausch!

… oder „you are so beautiful!“

Aber fangen wir von vorne an. Wir sind also am Mittwochmittag in Hoi An angekommen, die Fahrt dahin hat nur knappe vier Stunden gedauert und wir waren richtig schön früh da. Wir konnten trotz früher Ankunft auch schon ins Zimmer in unserem Hotel – Phuoc An. Wirklich ein ganz süßes Hotel, wie bereits gesagt mit einem kleinen Pool und einem recht großen Zimmer und es lag in einer süßen, kleinen Straße nicht weit vom Stadtzentrum. Gleich nebenan unser, wie sich schnell herausstellte, Lieblingsrestaurant. Wir sind gleich nach der Ankunft losgezogen, um die Stadt zu erkunden – und dafür brauch man in Hoi An nicht lange. Es ist eine kleine, schöne Stadt, von der die Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe gehört und dies zu recht. Kein Haus ist höher als 1-2 Stockwerke, die Straßen sind klein, nicht zu doll befahren und alles, Bäume und Läden und Brücken, sind mit Lampions geschmückt.

Wer in dieser Stadt lebt, sollte entweder Schneider oder Schuhmacher sein. Denn in fast jedem Geschäft, außer die Souvenir- und Schmuckläden, sitzt eine Schneiderei oder ein Schuhmacher. So wollen dich alle in ihren Laden locken und dir wirklich schöne Kleider, Röcke, Jacken und dergleichen anfertigen. Als Mann hätte ich mir da sofort „für‘n Appel und’n Ei“ einen Anzug maß anfertigen lassen. Und wenn ich mehr Platz im Gepäck hätte, wahrscheinlich auch ein tolles Kleid – extra für mich maßgeschneidert. Carla dachte an ein Hochzeitskleid!!!!!!!!!!!! Für sich natürlich, aber wir haben beschlossen, wenn wir jemals heiraten sollten, kommen wir hierher, um uns ein Kleid aus bester vietnamesischer Seide anfertigen zu lassen. Schneiderei und Schuhladen wechseln sich quasi ab – also wollten sie uns natürlich auch Schuhe anfertigen. Und da haben wir uns breitschlagen lassen! Wer hat sich denn jemals in Deutschland Schuhe anfertigen lassen? Also mir fällt so schnell niemand ein, außer natürlich einer mit Schuhgröße 55 oder orthopädischen Problemen. Man sucht also ein Modell aus, entweder eins, dass bereits als Vorführmodell im Laden steht oder aus einem Katalog. Wir wählten zwei Vorführmodelle. Dann kann man sich das Leder und die Farben aussuchen und anschließend wird also Maß genommen. Erst wird der Fuß haargenau abgemalt und dann werden alle Masse genommen – Länge, Breite  – an verschiedenen Punkten. Und dann muss man nur noch einen Tag warten und kann seinen Wunschschuh abholen. Es gab auch ganz tolle Stiefel und nachgemachte Turnschuhe – eine Riesenauswahl. Wir hätten uns dumm und dämlich kaufen können, aber ich habe mich auf ein Paar Sandalen beschränkt und Carla hat ein paar flache Pumps in regenbogenfarben bekommen. Am Donnerstagmittag konnten wir dann also unsere Schuhe abholen. Carlas haben sofort gepasst. Meine waren an der Fessel noch etwas zu eng, also wurden sie noch einmal nachkorrigiert und etwa 1,5 Stunden später, passten auch diese.

So fing also unser Kaufrausch an – mit den Schuhen. Am Donnerstag folgten dann noch Lampions in allen möglichen Größen und Farben und Formen, für die man in Deutschland sonst teuer bezahlen würde. Dazu noch ein paar Täschchen und etwas Schmuck. Eigentlich hätten wir uns noch viel mehr kaufen können, aber irgendwann ist das ja alles garnicht mehr zu bewältigen. Aber auch so müssen wir wohl aus Saigon ein Päckchen gen Heimat schicken. Es gibt hier wirklich viele schöne Dinge zu kaufen, schöner noch als zuvor in Thailand oder Kambodscha. Wir müssen also irgendwann in ein paar Jahren noch einmal wiederkommen – dann mit leeren Rucksäcken und voller Geldbörse. Darauf freu ich mich schon jetzt!

„You are so beautiful. I like your skin, your hair and your eyes“- „Oh thank you, but you are also beautiful!“ So eine Konversation betreiben wir hier ungefähr fünf – zehnmal täglich. Die Asiaten vermummen sich mit Mundschutz, Handschuhen und Socken, um nicht braun zu werden und lieben deswegen unsere weiße Haut. Carla und ich sind natürlich zwei extreme Fälle und fallen wahrscheinlich schon sehr auf, dadurch dass wir auch noch so groß sind und eben genau deren Traumbild entsprechen. In Hoi An kamen dann noch die Schneider dazu, denen unsere Figur so gut gefiel. Das Selbstbewusstsein wird  hier sehr aufpoliert – auch mal sehr schön etwas exotisches zu sein. Wir versuchen es zu genießen und nehmen es als Kompliment – allerdings geben wir immer Komplimente zurück. Denn es ist schon sehr traurig. Hier laufen so viele schöne Menschen rum ,die von den westlichen Schönheitsidealen so geprägt werden. So Schade! Wir einigen uns dann immer darauf, dass man immer das haben will, was man nicht hat. Das passt doch eigentlich in vielen Lebenslagen, nicht nur die Schönheit betreffend.

Zu unserem neuen Lieblingsrestaurant: Café 43. Ein kleines vietnamesisches Restaurant, in dem wir in unseren zwei Tagen viermal waren – davon zweimal zum Essen. Das Essen war unglaublich gut und der Besitzer mit seinen Töchtern und seiner Frau ein Schatz. Außerdem gab es dort sehr leckeres, selbstgebrautes Bier für nicht mal 30 Cent umgerechnet. Bei unserem dritten Besuch am Mittwochabend nur für ein Bier, haben wir einen Deutschen getroffen, der bereits seit 13 Jahren in Saigon lebt und wegen der Arbeit nun in Hoi An war. Er baut Swimming Pools. Ein sehr lukratives Geschäft, wenn man bedenkt, dass ein Hotel neben dem anderen gerade an der Küste entsteht. Für ihn lohnenswert und für die Landschaft sehr schade. Wir befürchten, dass es in ein paar Jahren dort ähnlich wie in Thailand aussehen wird. Wenn es dann wenigstens kleine Hotels wären, die von Einheimischen betrieben werden können, aber meist sind es große Ketten und Konzerne, die da hinter stehen und das meiste Geld wandert wieder aus dem Land raus. Trotzdem hatten wir einen sehr angenehmen Abend und haben gespannt seinen Geschichten und Erfahrungen in Vietnam gelauscht und wie er sich fühlt, wenn er zum Urlaub nach Deutschland fährt. Das war ein interessanter Einblick in das Leben eines Zugezogenen.

Zusammenfassend hat uns Hoi An wirklich sehr gut gefallen. Eine traumhaft schöne Stadt, die so ganz anders war als die bisherigen. Wesentlich ruhiger und besinnlicher. So haben wir uns hier auch getraut mit dem Fahrrad zu fahren – und zwar ohne Fahrer, denn man konnte sich Fahrräder umsonst im Hotel leihen. Und wir haben uns perfekt in den Straßenverkehr eingefügt. Fahrrad fahren und Vietnam gehören einfach zusammen! Dennoch haben wir unseren Aufenthalt hier verkürzt. Eigentlich wollten wir zwei Nächte bleiben, sind dann aber doch nur eine geblieben – denn dadurch dass wir am Mittwoch so früh angekommen sind, hatten wir ja zwei volle Tage. Denn unsere Weiterreise führt uns mit dem Nachtbus nach Nha Trang. In diesem sitze ich auch gerade und schunkel so vor mich hin! Der Bus fuhr um 17.30 Uhr los und sieht nicht etwa aus wie ein normaler Reisebus. Nein! Hier drin gibt es Betten – zumindest für kleine Asiaten, aber auch für uns ist es in Ordnung. Es sind quasi Liegesitze, vielleicht zu vergleichen mit der Businessclass im Flugzeug, nur nicht ganz so breit und komfortabel. Die Füße liegen dann quasi unter dem Kopf, in einer Kiste, desjenigen, der vor dir liegt. Am besten schaut ihr euch das Bild unten einmal an, denn es ist wirklich schwer zu umschreiben. Unsere Fahrt soll etwa 12 Stunden dauern – 12 Stunden für 550 km. Das sind eben andere Verhältnisse, deswegen ruckelt der Bus auch so sehr und ich muss Angst haben, dass ich aus der Liege falle oder mein Netbook quer durch den Bus fliegt. Nun haben wir also wirklich so ziemlich jedes Verkehrsmittel genutzt.