Saigon

29 03 2010

Von der Stelle, wo uns der Bus abgesetzt hat, war es nicht mehr weit zu unserem Hostel. Ein kleiner Vietnamese zeigte uns den Weg durch die verwinkelten Hinterhöfe der sonst so belebten Straßen.  Und da waren wir – in unserem bis jetzt wirklich tollsten Hostel: Ngoc Thao Guesthouse mitten in Saigons Backpackerviertel. Es war klein, nur etwa 10 Zimmer, und wird von einer Familie betrieben, die uns unheimlich nett empfing. Es war unglaublich sauber und alles ganz lieb eingerichtet. Wenn wir in zwei Wochen wieder in Hoh Chi Minh sind, werden wir dort wieder schlafen, denn diesmal war uns wieder mal nur eine Nacht dort vergönnt. Allerdings ist uns aufgefallen, dass wir bereits seit den letzten drei Hostels immer die gleiche Zimmernummer hatten – 303 – ist das ein Zeichen? Wenn, dann nennen wir es ein Glückszeichen.

Obwohl wir müde und erschöpft waren, sind wir raus auf die Straßen und haben uns das Treiben angeguckt und waren sehr schnell Teil davon. Nach einem leckeren Abendessen, sind wir in einer Bar gelandet, in der wir total versackt sind. Die Kellner haben uns köstlich amüsiert und flirteten mit uns. Armin und sein Freund kamen noch vorbei und auch das englische Pärchen, wo die Dame von der Brücke gefallen ist, gesellte sich zu uns für ein Stündchen. Auch ein nicht so angenehmer Zeitgenosse, ebenfalls Deutscher, saß aufgrund einer Einladung eines Kellners an unserem Tisch – er dachte wohl, deutsch muss zu deutsch. Der Typ war allerdings recht anstrengend und erzählte uns, wo er schon überall gewesen ist, was er schon alles gesehen hat, wo schon überall Fotos von ihm hängen, dass er in den besten Hotels gewohnt hat, ein Appartement in Saigon hat und so weiter. Allerdings merkte er erst recht spät, dass wir ihn ziemlich nervig fanden und hat sich dann auch endlich mal davon gemacht. Aber auch er hat den Abend durchaus belebt. Außerdem habe ich auch eine ganz tolle Begegnung mit einem Kanadier gehabt, ein echt toller Typ, der mich sehr beeindruckt hat. Es ist einfach unglaublich, mit wie vielen Menschen man hier so spricht. Das summiert sich auf den Tag auf bestimmt 5-15 Fremde, mit denen man sich länger als 5 Minuten unterhält. Meistens sind es alles Männer – schon komisch. In Deutschland spreche in nicht mal in einem Jahr mit so vielen Männern, die ich gerade kennen lerne, aber hier ist es anders. Erstens sind meist viele Pärchen unterwegs, die sehr auf sich fixiert zu sein scheinen.  Und Mädchengruppen gibt es nicht so viele. Also bleiben die Männergruppen. Und meist ist alles recht unbefangen, man trifft sich, unterhält sich, trinkt oder isst was zusammen und dann trennen sich die Wege wieder. Manchmal wird natürlich auch ein bisschen geflirtet, schließlich sind hier einige Typen unterwegs, die durchaus ansehnlich sind. Außerdem ist es jetzt schon so, dass wir teilweise immer wieder die gleichen Leute treffen. Ein Pärchen, dass mit uns in Phnom Penh im Hostel war, war auch wieder in Can Tho. Ebenfalls ein Engländer aus Phnom Penh, lief uns gestern Abend in einer Bar über den Weg. Leute aus der Reisegruppe, sprich Armin und die Engländer und auch ein Inder, begegnen einem auch andauernd. Man kommt sich dadurch garnicht mehr so fremd vor, in dieser großen Stadt – gar Welt.

Ho Chi Minh City, Saigon, ist eine tolle Stadt. Zwar auch recht groß, laut und belebt, aber wesentlich toller als Bangkok. Es hat so viel zu bieten. Die Häuser sind meist klein und es gibt so viele Gegensätze. Gestern haben wir sie ein bisschen erkundet und freuen uns schon ,dass wir hierher noch einmal zurückkehren können. Unsere Säcke mussten wir schon wieder packen und konnten sie dann aber den ganzen Tag im Hostel stehen lassen, bevor es abends um elf in den Zug ging. Hier stehen Neubauten zwischen kleinen Häusern. Teilweise alte Kolonialbauten. Tolle Museen und mittendrin eine christliche Kirche, Notre Dame. Es gibt viele Grünanlagen, die gestern am Sonntag, voll waren mit vietnamesischen Familien, die dort picknickten und es sich gut gingen ließen. Und wir waren mittendrin. Sind über den  Markt geschlendert und haben uns mit Leckereien für die lange Zugfahrt eingedeckt und haben die Stadt für uns erobert. Das Stadtbild prägt besonders ein Bild – der Roller. Sie fahren überall in Scharen. Jeder hat einen oder mehrere im Besitz und an den wenigen Ampeln stehen sie und warten auf das Signal, um dann brausend weiterfahren zu können.

Bevor wir mit dem Taxi zum Bahnhof gefahren sind, durften wir noch im Hostel in der Familiendusche duschen und haben nach einem leckeren Essen, mal wieder eine nette Begegnung in einer Bar gemacht. Das hört nie auf! Manchmal ist man fast traurig, dass man wieder weiterfahren muss, denn man hätte sich bestimmt noch viel mehr zu erzählen. Aber so ist das eben und neue Bekanntschaften kommen schnell. So verließen wir also die Stadt und fuhren zum Bahnhof wo unser Zug nach Hué schon auf uns wartete.



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